Mit nachhaltigen Innovationen der Krise begegnen

Kleine, mittlere und mittelständische Unternehmen sind wichtige Treiber für die Bioökonomie. Deren Innovationskraft fördert das BMBF nun mit einer neuen Maßnahme. Das Ziel: Eine starke Wirtschaft im Einklang mit den Klima- und Nachhaltigkeitszielen.

Von Innovationen hängt die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ab. Klimawandel, Artenverlust und die Endlichkeit fossiler Ressourcen sind eine enorme Herausforderungen. © Adobe Stock / Grispb

Mit der neuen Nationalen Bioökonomiestrategie, die im Januar 2020 verkündet wurde, verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Ökonomie und Ökologie für ein nachhaltiges Wirtschaften zu verbinden. Dieses Ziel wird von großen Teilen der Gesellschaft geteilt. In der gegenwärtigen Corona-Krise wird nun intensiver über die Vereinbarkeit von Wirtschaft, Klimaschutz und Nachhaltigkeit diskutiert.

Den Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähig machen

Wir brauchen biobasierte und nachhaltige Innovationen. Auch die Corona-Krise ändert nichts daran, dass wir unser Wirtschaftssystem nachhaltig ausrichten müssen. Von diesen Innovationen hängt die Zukunftsfähigkeit Deutschlands ab. Klimawandel, Artenverlust und die Endlichkeit fossiler Ressourcen werden auch nach der Krise enorme Herausforderungen bleiben. Wer sich darauf jetzt vorbereitet, hat später einen Wettbewerbsvorteil.

Das macht das BMBF unter anderem mit der neuen Fördermaßnahme KMU-innovativ: Bioökonomie. Ziel ist es, das Innovationspotenzial kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie des Mittelstands im Bereich der bioökonomischen Forschung und des nachhaltigen Wirtschaftens zu stärken. Besonders diese Unternehmen können Ideen und Produkte schnell in den Markt einbringen. Ihnen fehlen dazu aber oft die Kapazitäten, denn Forschung und Entwicklung sowie der Weg in die Anwendung sind kostenintensiv und langwierig. Hier setzt die BMBF-Förderung an. Die Unternehmen können so qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, neue Wertschöpfungsketten etablieren und den Weg in die Anwendung beschleunigen. So gestalten sie den Wandel zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaft aktiv mit.

Neue Wirk- und Wertstoffe aus bisher ungenutzten Reststoffen

Gefördert werden technologisch anspruchsvolle, risikoreiche Projekte, die eine effiziente Nutzung von biologischem Wissen mit technologischen Lösungen vereinen. Im Fokus stehen die Entwicklung und Herstellung zukunftsweisender, klimaneutraler Produkte aus biologischen Ressourcen. Diese lassen sich aufgrund ihrer Eigenschaften gut in natürliche Kreisläufe oder Wertschöpfungsketten zurückführen und sollen so umweltschädliche Emissionen und Abfälle verringern. Solche Produkte können beispielsweise umweltfreundliche Biomaterialien und Biokunststoffe oder neue Wirk- und Wertstoffe aus bisher ungenutzten Reststoffen oder neuen Quellen sein. Aber auch neue miniaturisierte Verfahren, die Biologie und Digitalisierung verbinden, sind gefragt.

Auf Erfolgen aufbauen – neue Wege erschließen

Deutschland ist bereits heute ein anerkannter Forschungs- und Innovationsstandort der Bioökonomie. Denn die neue KMU-Förderlinie zur Bioökonomie baut auf einer langjährigen Förderung wie dem bewährten Förderinstrument KMU-innovativ: Biotechnologie – BioChance auf. Mit dieser Maßnahme förderte das BMBF 13 Jahre lang Forschung und Entwicklung themen- und technologieoffen. Dabei kamen in ganz unterschiedlichen Projekten biologische Ressourcen, Prinzipien oder Verfahren zum Einsatz. Dies trägt zu mehr Ressourceneffizienz sowie Klima- und Umweltschutz bei.

Beispielsweise werden Algen in Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetika eingesetzt, neue Enzyme machen Waschmittel wirksamer. Miniaturisierte Sensoren verbessern Messinstrumente, um beispielsweise in Bioreaktoren optimale Wachstumsbedingungen für Bakterien zu schaffen. Neue Züchtungsverfahren ermöglichen die Erzeugung robusterer und ertragsreicherer Kulturpflanzensorten und essentielle Bestandteile der Muttermilch können für die Erzeugung hochwertiger Babynahrung in großem Maßstab biotechnologisch hergestellt werden.

Auch für die Bekämpfung des neuartigen Corona-Virus hat die KMU-Förderung des BMBF eine wichtige Grundlage gelegt. Mehrere ehemals geförderte Unternehmen arbeiten jetzt intensiv an Wirk- oder Impfstoffen gegen den Erreger SARS-CoV-2. Ein Unternehmen hat eine ultraschnelle und kleine PCR-Maschine entwickelt, welche derzeit verstärkt für die Diagnose von Corona eingesetzt wird.

Hintergrund

Die Fördermaßnahme KMU-innovativ: Bioökonomie ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung und des Zehn-Punkte-Programms des BMBF für mehr Innovation in KMU „Vorfahrt für den Mittelstand“. Informationen zur Förderrichtlinie gibt es hier.