Mit Seelachs-Saltimbocca aufs Siegertreppchen

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat die Sieger des Rezeptwettbewerbs „Klug gefischt“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb ist eine Aktion im Wissenschaftsjahr „Meere und Ozeane“ und soll über nachhaltigen Fischfang aufklären.

Besonders „klug gefischt“ hat Irmgard Bremer aus Achern in Baden-Württemberg. Die 71-Jährige hat sich mit ihren nachhaltigen Kochkünsten den ersten Platz gesichert.
Besonders „klug gefischt“ hat Irmgard Bremer aus Achern in Baden-Württemberg. Die 71-Jährige hat sich mit ihren nachhaltigen Kochkünsten den ersten Platz gesichert. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Fische sind gesund, leicht verdaulich, liefern gesunde Fettsäuren und sind ein fester Bestandteil auf unserem Speiseplan. Doch der Appetit der Menschen auf Fisch hat eine Schattenseite: Ein Drittel der weltweiten Fischbestände sind aufgrund der starken Befischung übernutzt. Umso bedeutender ist es, dass nur nachhaltig gefangener Fisch auf unsere Teller kommt – damit sich die Fischbestände erholen können. Mit dem Wettbewerb „Klug gefischt“ im Wissenschaftsjahr „Meere und Ozeane“ möchte das Bundeforschungsministerium das Bewusstsein für nachhaltigen Fischfang stärken. 247 Teilnehmer haben sich darüber informiert und für den Wettbewerb ihre Rezepte eingereicht. Die drei „klügsten“ Fischer hat Bundesforschungsministerin Wanka in Berlin ausgezeichnet.

Viele Fischbestände gelten als überfischt

„Mit unserem Wissenschaftsjahr wollen wir Bürgerinnen und Bürger für die Situation der Meere sensibilisieren“, sagt Bundesforschungsministerin Wanka. „Viele Fischbestände gelten nach wie vor als überfischt. Es ist wichtig, dass Fischliebhaber wissen, wo ihr Fisch herkommt, wie er gefangen wurde, wann, und in welchen Mengen – und welchen Fisch man guten Gewissens essen kann.“ Kern des Rezeptwettbewerbes ist es, die richtige Fischauswahl zu treffen – sozusagen klug zu fischen. Forschung und Wissenschaft liefern die Erkenntnisse dazu, Ratgeber für „guten Fisch“ zu entwickeln.

Die Seelachsfischerei gilt als sauber

Besonders „klug gefischt“ hat Irmgard Bremer aus Achern in Baden-Württemberg. Die 71-Jährige hat sich mit ihren nachhaltigen Kochkünsten den ersten Platz gesichert. Seelachs-Saltimbocca mit Zucchini-Tagliatelle servierte sie der Jury. Und der hat es geschmeckt: „Eine gute Wahl“, urteilt Gerd Kraus vom Thünen-Institut für Seefischerei. „Die Seelachsbestände in Nordsee und Nordost-Atlantik werden nachhaltig befischt und sind in gutem, gesundem Zustand. Vor den Küsten Islands wachsen die Bestände sogar. Mit ihren moderaten Beifang- und Rückwurfmengen gilt die Seelachsfischerei als sauber“, erläutert der Experte die Entscheidung der Jury.

Auch die Gerichte der Zweit- und Drittplatzierten ließen der Jury das Wasser im Munde zusammenlaufen: Anja Schroth aus Scheinfeld in Bayern „kochte“ sich mit ihrer Scholle auf einem Tomaten-Knoblauch-Beet auf den zweiten Platz. Den dritten Platz sicherte sich Claudi Biewer aus Holzkirchen in Bayern: Sie überzeugte mit gegrilltem Knoblauchlachs auf Gänseblümchen-Erdbeersalat. Die Jury, Gerd Kraus vom Thünen-Institut, Kevin von Holt, Profikoch und Leiter der EDEKA-Genussmomente und WWF-Botschafterin gegen Geisternetze Barbara Meier, urteilte: „Eine gute Wahl!“

Der Rezeptwettbewerb

Das Bundesforschungsministerium veranstaltet den Rezeptwettbewerb „Klug gefischt“ gemeinsam mit dem WWF und EDEKA. Im Wettbewerb geht es um die Zubereitung von Fischen oder Meeresfrüchten, die nachhaltig im Sinne der Meeresforschung gefangen wurden. Welche Fischarten genutzt werden durften, ging für den Wettbewerb aus dem WWF-Fischratgeber hervor. Dieser bietet mit einem Ampelsystem (rot, gelb, grün) eine Orientierung beim Einkauf. Zusätzlich zu den Ampelfarben werden vier Siegel (MSC, ASC, Bioland, Naturland) mit angegeben, die die Fischart aus WWF-Sicht „grün“ machen. Einige Organisationen geben solche Ratgeber heraus, die meist nicht perfekt, aber eine wertvolle Hilfe für den Verbraucher sind. Besonders Interessierte können sich auch auf dem Portal des Landwirtschaftsministeriums www.fischbestaende-online.de für den Handel informieren.