Mittelmeeranrainer: Partnerschaft wird noch intensiver

Wasser, Landwirtschaft und Ernährung: 19 Länder Europas und des Mittelmeerraums fördern gemeinsam Forschungs- und Innovationsprojekte. Die Partnerschaft  mit Nordafrika und Nahost wird weiter ausgebaut.

Gerade in der Landwirtschaft wird häufig noch viel Wasser gebraucht: ein Feld mit Sonnenblumen in Italien. © Hans-Joachim Rickel

Im Mittelmeerraum wird das Wasser knapp, nicht zuletzt durch den steigenden Verbrauch in einer intensiv betriebenen Landwirtschaft. Der Klimawandel verschlimmert die Lage. Daher nimmt der Druck auf die Mittelmeeranrainerstaaten zu, verantwortungsbewusster und nachhaltiger mit der Ressource Wasser umzugehen als bisher. Nötig sind also innovative Lösungen für ein nachhaltiges Wassermanagement.  Dazu gehört vor allem eine Landwirtschaft, die den manchmal schwierigen Bedingungen am Mittelmeer angemessen ist. So könnten auch neue Arbeitsplätze entstehen.

Fluchtursachen bekämpfen

„PRIMA“ kann auch dazu beitragen, Fluchtursachen in den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens zu bekämpfen. Denn Bildung, Forschung und Innovation sind wichtige Treiber für die Entwicklung und Prosperität von Gesellschaften. Durch sie können gesellschaftliche Teilhabe, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum geschaffen werden.

„Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area“

Die Mittelmeerländer stehen vor den gleichen Herausforderungen. 19 Länder der Europäischen Union und des südlichen und östlichen Mittelmeerraumes haben sich darum in der Initiative „Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area“, kurz „PRIMA“, zusammengeschlossen. Gemeinsam mit der Europäischen Union stellen sie in den nächsten zehn Jahren knapp 500 Millionen Euro zur Verfügung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt sich mit 20 Millionen Euro an der Förderinitiative.

Forschungsinfrastrukturen in der Region stärken

„PRIMA“ ist also von der ersten Planungsphase an als gemeinsame, von den EU-Mitgliedstaaten ebenso wie von den mediterranen Partnerländern (MPC) gleichberechtigt getragene Initiative konzipiert. Sie führt bestehende bilaterale und multilaterale Initiativen zusammen. Aktivitäten des BMBF mit Ländern in Nahost und Nordafrika ergänzt sie. So kann sie wichtige Impulse für den Ausbau von Forschungs- und Anwendungskapazitäten im Mittelmeerraum geben – in der Wissenschaft, aber auch Unternehmen, in Spin-offs der Hochschulen, in öffentlich-privaten Partnerschaften und in Gründerinitiativen. Mit „PRIMA“ ist die Hoffnung verbunden, die Forschungsinfrastrukturen in der Region zu stärken.

Auch Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland können sich beteiligen. Am Ende des Programms sollen anwendungsnahe, in der Region übertragbare Lösungen stehen. Dazu gehört auch der Bau von Prototypen.