Innovativer Mittelstand

Kleine und mittlere Unternehmen sind das Herz der deutschen Wirtschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt sie darin, innovative Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen.

Neues Programm für kleine und mittlere Unternehmen vorgestellt: Bundesministerin Johanna Wanka im Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die deutsche Industrie bleibt nur dann wettbewerbsfähig, wenn sie ambitioniert forscht und dadurch innovative Produkte für die nationalen und internationalen Märkte entwickelt. Dies gilt insbesondere für den Mittelstand. Wie wesentlich dies für die gesamtdeutsche Wirtschaft ist, hat sich in der Zeit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gezeigt. Das Bundesforschungsministerium unterstützt daher gezielt kleine und mittlere Unternehmen, neue Ideen zu entwickeln und Forschungsergebnisse für sich zu nutzen.

Unser Ziel ist es, auch Unternehmen zu eigenen Innovationsanstrengungen zu ermuntern, die hierin bisher wenig aktiv waren.

Johanna Wanka, Bundesforschungsministerin

Mit dem Zehn-Punkte-Programm „Vorfahrt für den Mittelstand“ stärkt das  Bundesforschungsministerium den deutschen Mittelstand und unterstützt Unternehmen darin, innovative Geschäftsmodelle zu erproben.

Kleine und mittlere Unternehmen unterscheiden sich bisweilen in ihrer Innovationsaktivität. Das Ziel der Mittelstandförderung ist es, auch Unternehmen zu eigenen Innovationsanstrengungen zu ermuntern, die bisher kaum oder nur sporadisch aktiv waren. Dazu bedarf es einer abgestimmten Forschungsförderung, die Angebote für die verschiedenen Bedürfnisse und Möglichkeiten kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland bereithält. Die Maßnahmen decken daher gleichermaßen notwendige Grundlagenforschung wie anwendungsorientierte Forschung ab, richten sich an ein breites Technologiespektrum und sehen einen schnellen Transfer der Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung in KMU vor.

Damit kleine und mittlere Unternehmen mehr forschen

Das Zehn-Punkte-Programm ist ein wichtiger Baustein der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Es zielt darauf, die KMU mit den anderen Akteuren zu vernetzen sowie Wissen und Forschungsergebnisse besser für KMU nutzbar zu machen: Die Förderinitiative „Innovationsforen Mittelstand“ bietet die Möglichkeit, gemeinsam die Grenzen von Institutionen und Branchen zu durchbrechen und neue Bündnisse zu initiieren. Netzwerke und Cluster sprechen wir mit „KMU-NetC“ als Impulsgeber für KMU-orientierte FuE-Verbundprojekte an.

Das Bundesforschungsministerium verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der auch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen oder in weiteren Maßnahmen Fragen der Arbeitsgestaltung, der Qualifizierung und der Fachkräftegewinnung einbezieht. Die Nutzung von Förderprogrammen wird –durch grundsätzlich zweistufige Verfahren oder Einstiegsmodule – erleichtert.

Vier zentrale Handlungsfelder der Mittelstandsförderung des BMBF

1. Stärkere Beteiligung von KMU in den dynamischen Schlüsselbereichen der deutschen Wirtschaft
2. Ausbau der Zusammenarbeit von KMU mit starken Partnern wie Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen
3. Verbesserter Zugang zu Fachkräften durch Nachwuchsförderung und Fortbildung
4. Leichterer Zugang und Vereinfachung der Förderangebote

Forschungsergebnisse müssen zeitnah auch den Möglichkeiten der kommerziellen Verwertung offen stehen. Daher sind Programme wichtig, die mögliche Anwendungsbereiche erschließen, damit Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Konzepte sehr schnell und unbürokratisch in den Markt gelangen. Hier sollen auch Pilotanwendungen bis hin zu industrietauglichen Referenzanlagen oder Prototypen gefördert werden. Im Themenfeld Industrie 4.0 können KMU eine Förderung erhalten, wenn sie solche Anlagen als „Testumgebungen“ für eigene Lösungen nutzen wollen.

Deutschland braucht einen erfolgreichen und wachsenden Mittelstand. Das Bundesforschungsministerium baut seine finanzielle Unterstützung für Forschung und Entwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen weiter aus und erhöht das Volumen seiner Förderung für KMU auf 320 Millionen Euro im Jahr 2017.

Erstinformationen zu allen Programmen auf Länder-, Bundes- und EU-Ebene bietet die Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes. Für Fragen zu den einzelnen Maßnahmen stehen die jeweiligen Projektträger des Bundesforschungsministeriums zur Verfügung.