Nachhaltige Mode durch künstliche Intelligenz

Altkleider-Container, Swap Shops & Co.? Bei der sechsten Ausgabe der Reihe „Neugier: die digitalen Q&As“ erklärt Gründerin Ina Budde am 23. Februar wie man mit künstlicher Intelligenz Mode nachhaltig recycelt.

Gründerin Ina Budde
Gründerin Ina Budde © Copenhagen Fashion Summit

Die globalisierte und im großindustriellen Maßstab arbeitende Bekleidungsindustrie klüger, effizienter und vor allem umweltschonender produzieren zu lassen – dieser Wunsch wuchs in Ina Budde bereits während ihrer Studienaufenthalte in Australien und England. Nach und nach wurde aus dieser Vision eine Idee, die heute Realität wird: Langlebige und umweltfreundliche Kleidung, die vollständig und ohne Qualitätsverlust recycelt werden kann. Die Aufgabe beginnt weit vor der ersten Naht, denn: Je besser die Fasern von Kleidungsstücken analysiert und getrennt werden können, desto eher ist gewährleistet, dass jede Faser zu hundert Prozent wiederverwertet wird.

Terminhinweis

Die Vernetzung geht weiter: Am 23. Februar von 18.00 bis 19.00 Uhr ist Ina Budde zu Gast in der sechsten Session der digitalen Q&A-Serie „Neugier“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative #innovationsland Deutschland. Dort erklärt sie im Gespräch mit c’t-Chefredakteur Dr. Jürgen Rink, was es für eine echte textile Kreislaufwirtschaft braucht, warum Kleidung so schwer zu recyceln ist und wie KI hier neue Lösungswege ermöglicht.

Ina Budde – inzwischen wieder in Deutschland -  entwickelte mit dem Co-Gründer Mario Malzacher und ihrem Team die Circular Design Software. Neben der Analyse des Materials stellt diese dank eigener Materialdatenbank auch sicher, dass Mode nicht nur ökologisch und technisch, sondern auch visuell auf dem letzten Stand ist. So kann schon vor der Produktion eine recyclingfähige Materialkombination gewährleistet werden. Scannbare Etiketten dokumentieren Materialherkunft und speichern Recyclinginformationen – für Kunden und Altkleidersortierer.

Der Erfolg bestätigt das junge Team aus der Hauptstadt: Von der Notwendigkeit eines Umdenkens bei der Textilproduktion konnte circular.fashion inzwischen sogar Branchenriesen wie Hugo Boss oder Zalando überzeugen. Ein wachsendes Netzwerk von Partnern nutzt die Potentiale innovativer Technologien und setzt auf Künstliche Intelligenz (KI), um „schlaue“ Sortiermaschinen mit noch mehr „Wissen“ über Herkunft, Zustand und Verarbeitungsgrad von Bekleidung zu versorgen. Das Ziel: Stoffkreisläufe schließen und der Modedesign- und Produktionsbranche neue Potentiale eröffnen.

Das „vernetzende Element“, das der Modebranche bislang fehlte

Schon heute bietet circular.fashion Beratung und Software-Lösungen an, vor allem aber eine Plattform für den Austausch von Designern, Produzierenden, Lieferanten, Händlern und Recyclingbetrieben. Ein Leuchtturm der Nachhaltigkeitsbranche im #innovationsland Deutschland, denn diese Vernetzung, weiß Ina Budde, hat der Branche bislang gefehlt: „Es gab schon viele großartige Lösungen – wie etwa nachhaltige Stoffe und Recyclinginnovationen. Aber was fehlte, war das vernetzende Element, das alle Bereiche zusammenbringt und so eine funktionierende Kreislaufwirtschaft für Kleidung schafft.“