Nationale Dekade gegen Krebs

Starke Krebsforschung, schneller Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis, verbesserte Prävention und Früherkennung: Mit der Nationalen Dekade gegen Krebs möchte das Bundesforschungsministerium Kräfte im Kampf gegen Tumorerkrankungen bündeln.

Auftakt zur Nationalen Dekade gegen Krebs: (v.l.) Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums, stellen die Inhalte und Ziele der Dekade vor. © BMBF
Mit vereinten Kräften aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und Gesellschaft möchte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die Krebsprävention und -forschung stärken. Dazu hat sie einen Strategiekreis unter dem Ko-Vorsitz des wissenschaftlichen Vorstandes des Deutschen Krebsforschungszentrums, Michael Baumann (rechts), in Berlin zusammengebracht. © BMBF / Hans-Joachim Rickel
Sie wollen die Krebsforschung, -prävention und -früherkennung stärken: Das sind die Mitglieder des Strategiekreises, die Ende November nach Berlin kamen. (v.l.n.r) Wolfgang Knauf, Doris Pfeifer, Julia Carolin Stingl, Sabine Weiss, Thomas Rachel, Christa Maar, Anja Karliczek, Michael Baumann, Heyo K. Kroemer, Michael Hallek und Gerd Nettekoven. © BMBF / Hans-Joachim Rickel
Zum Strategiekreis gehört auch Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. © BMBF / Hans-Joachim Rickel
Auch die Stiftung Deutsche Krebshilfe ist mit an Bord: Vertreten durch ihren Vorstandsvorsitzenden Gerd Nettekoven. © BMBF / Hans-Joachim Rickel
Sie kennt sich mit der Wechselwirkung von Arzneimitteln bestens aus: Julia Carolin Stingl ist die Vizepräsidentin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. © BMBF / Hans-Joachim Rickel

Tumorerkrankungen sind bundesweit nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Um das zu ändern, stärkt die Bundesregierung die Krebsprävention und -forschung. Das Bundesforschungsministerium hat dafür am 29. Januar 2019 gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium und weiteren Partnern die „Nationale Dekade gegen Krebs“ gestartet. Auf Einladung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek trafen sich bereits Ende November 2018 Mitglieder des Strategiekreises der Dekade zu ersten Gesprächen in Berlin. Mit vereinten Kräften aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und Gesellschaft wollen sie dem Krebs den Kampf ansagen.

Gemeinsames Ziel ist es, möglichst viele Krebsneuerkrankungen zu verhindern und die Früherkennung zu verbessern. Zudem möchte das Bundesforschungsministerium den Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis beschleunigen. Denn oftmals dauert es mehrere Jahre bis vielversprechende Therapien bei den Patientinnen und Patienten ankommen. Diesen soll durch die „Dekade“ ein besseres Leben ermöglicht werden. Dafür stoßen die Partner Weiterentwicklungen in der Krebsforschung an und bündeln und stärken erfolgreiche Aktivitäten.

Die Krebsforschung soll besonders in den Bereichen Prävention, Früherkennung, Diagnostik und innovative Therapien weiter gestärkt und zielgerichtet vorangetrieben werden.

Vier Themenblöcke stehen deshalb in den kommenden zehn Jahren im Fokus:

Prävention

Das Risiko für besonders häufig auftretende Krebsarten kann durch eine gesunde Lebensweise verringert werden. © Projekttraeger DLR Gesundheitsforschung im Auftrag des BMBF

Was schützt vor Krebs? Wie kann jeder Mensch persönlich Krebs vorbeugen und vorsorgen? Und wie kann jeder Einzelne darin unterstützt werden, gesund zu leben? Die Nationale Dekade gegen Krebs wird die Forschung zur Gesunderhaltung und Prävention vorantreiben. Neue Strategien und Methoden sollen eine personalisierte Krebsfrüherkennung ermöglichen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite www.dekade-gegen-krebs.de

Diagnose

Für moderne Diagnosemöglichkeiten reichen oftmals ein paar Milliliter Blut. © Projekttraeger DLR Gesundheitsforschung im Auftrag des BMBF

Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Aussichten auf Heilung. Dafür braucht es zuverlässige Diagnosemethoden, die Krebs am besten schon erkennen, bevor er erste Beschwerden bereitet. Die Nationale Dekade gegen Krebs wird deshalb die Forschung zu neuartigen diagnostischen Verfahren stärken. Eine umfassende Diagnostik ist auch erforderlich, damit Ärztinnen und Ärzte die bestmögliche Therapieentscheidung treffen können.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite www.dekade-gegen-krebs.de

Therapie

Ein Ziel der Dekade gegen Krebs ist es, die Versorgung von Patientinnen und Patienten zu verbessern. © Projekttraeger DLR Gesundheitsforschung im Auftrag des BMBF

Krebs ist nicht gleich Krebs. Therapien wirken deshalb nicht bei jeder Patientin bzw. jedem Patienten gleich. Die  Krebsbehandlung wird daher immer mehr auf einzelne Patientinnen und Patienten zugeschnitten. Die personalisierte Medizin sucht für jeden Erkrankten nach der Behandlung, die ihm bestmöglich hilft. In der Nationalen Dekade gegen Krebs rückt daher die Einzigartigkeit jedes Menschen in den Mittelpunkt von Forschung und Versorgung.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite www.dekade-gegen-krebs.de

Teilhabe und Einbindung

Eine Frau sitzt am Computer und informiert sich
In der Dekade gegen Krebs sollen vor allem Vertreterinnen und Vertreter aus Patienten- und Bürgerschaft aktiv in die Forschung einbezogen werden. © Projekttraeger DLR Gesundheitsforschung im Auftrag des BMBF

Die Nationale Dekade gegen Krebs wird Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Ausrichtung der Krebsforschung einbeziehen, damit sie ihre Perspektiven und Expertisen einbringen können. Ihre Einbindung legt den Grundstock für eine erfolgreiche und bedarfsgerechte Krebsforschung. Denn sie muss die Bedarfe aller Beteiligten berücksichtigen: Patientinnen und Patienten, deren Angehörige, Ärztinnen und Ärzte sowie das pflegerische Personal

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite www.dekade-gegen-krebs.de

Das sind die Mitglieder des Strategiekreises

  • Vorsitz: Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung
  • Ko-Vorsitz: Prof. Dr. med. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
  • Jan Geißler: Gründer und Geschäftsführer von Patvocates. Patvocates ist ein Think Tank und Beratungsunternehmen für Patientenvertretung, Gesundheitspolitik und medizinische Forschung
  • Prof. Dr. med. Michael Hallek, Geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)
  • Prof. em. Wolfgang Hiddemann, bis Ende 2017 langjähriger Direktor der Medizinischen Klinik III am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Prof. Dr. med. Wolfgang Knauf, Vorsitzender des Berufsverbands der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO)
  • Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT)
  • Dr. Christa Maar, Geschäftsführender Vorstand der Felix Burda Stiftung, Mitglied des Kuratoriums des DKFZ
  • Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH)
  • Prof. Dr. med. Olaf Ortmann, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG)
  • Renate Pfeifer, Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen (BAG SELBSTHILFE); Projektleiterin im Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche e.V
  • Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband)
  • Prof. Hagen Pfundner: Vorstand der Roche Pharma AG
  • Karin Prien, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kunst des Landes Schleswig-Holstein
  • Prof. Dr. Julia Carolin Stingl, Vizepräsidentin, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Dr. med. Özlem Türeci, Vorstand BioNTech AG
  • Sabine Weiss, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit