Nationale Weiterbildungsstrategie

Berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen haben für das BMBF eine hohe Priorität. Die Nationale Weiterbildungsstrategie bündelt jetzt Maßnahmen, um noch mehr Menschen die berufliche Teilhabe am digitalen Wandel zu ermöglichen.

Erwachsene nehmen an einer Weiterbildung teil. Besonders in Bereichen, die von der Digitalisierung betroffen sind, ist lebenslanges Lernen wichtig. © Thinkstock

Die Arbeitswelt wird immer digitaler, schneller und spezieller. Wer mithalten will, muss sich laufend fort- und weiterbilden. Lebensbegleitendes Lernen ist sowohl Voraussetzung als auch Garant unserer wirtschaftlichen Stärke. Für jeden einzelnen, aber auch für die gesamte Gesellschaft. Wer sich für die Zukunft weiterbildet, sichert sich soziale und beruflichen Teilhabe.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, berufliche Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen stärker als bisher zu fördern. Unter Federführung des BMBF und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist so die Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS) entstanden. Sie soll vor allem Antworten auf den digitalen Wandel finden und für Chancengleichheit für alle Menschen in der Arbeitswelt sorgen. Wir stellen die Weichen für die Zukunft!

Dabei geht es u.a. um folgende Schwerpunkte:

  • Transparenz von Weiterbildungsmöglichkeiten und -angeboten herstellen
  • Stärkung der Weiterbildungsberatung für Individuen und Unternehmen und der Motivation zur Weiterbildungsteilnahme
  • Verantwortung der Sozialpartner stärken
  • Erworbene Kompetenzen von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen in der beruflichen Bildung sichtbar machen und anerkennen
  • Weiterentwicklung von Fortbildungsabschlüssen und Weiterbildungsangeboten
  •  Qualifizierung des Personals in der Weiterbildung
  • Verbesserung der Weiterbildungsstatistik und der strategischen Vorausschau des Kompetenzbedarfs

Ziel ist es, dass Weiterbildung zu einem selbstverständlichen Teil der Erwerbsbiographie wird. Weiterbildung darf keine Ausnahme sein, darf keiner besonderen Motivation bedürfen, darf nicht als Last empfunden werden. Wenn wir wollen, dass Deutschland sich weiterbildet, brauchen wir eine Kultur der Weiterbildung!

Die Partner

An der Entwicklung der Strategie waren auch die Sozialpartner, die Bundesagentur für Arbeit sowie auf Arbeitgeberseite BDA, DIHK und ZDH; auf Arbeitnehmerseite DGB, IG Metall, IG BCE, ver.di und GEW beteiligt. Die Länder werden durch KMK, ASMK und WIMKO vertreten.

Die Digitalisierung betrachtet das BMBF deshalb als große Chance. Wir werden mit neuen technischen Möglichkeiten und der Künstlichen Intelligenz Lernen individuell und flexibel unterstützen. Denkbar sind unterstützende Systeme, die den Lernfortschritt überwachen und das Angebot anpassen.

Dabei ist klar: Die Verantwortung für die betriebliche Weiterbildung liegt vorrangig bei den Unternehmen. Ein ganzheitlicher Wandel, der alle Akteure einschließt, kann aber nur gelingen, wenn Staat, Unternehmen, Beschäftigte und Sozialpartner mit eingebunden werden.

Nur wenn wir alle mitnehmen, kann dieser Kraftakt gelingen. Noch ist die Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen stark vom sozialen Hintergrund abhängig: Je höher die Bildung, desto höher die Weiterbildungsbeteiligung. Es muss aber allen Menschen ermöglicht werden, am digitalen Wandel teilzuhaben. Das BMBF will deshalb auch diejenigen stärken, die keinen formalen Berufsabschluss haben. Dafür wird ein bundesweit verbindlicher Anspruch auf Validierung und Zertifizierung informeller Kompetenzen geschaffen.

Schwerpunkte des BMBF in der NWS

  • Digitale Bildungsräume: Menschen soll es mithilfe intelligenter Algorithmen ermöglicht werden, passgenau auf Weiterbildungsangebote zugreifen zu können. Lernen im digitalen Raum soll modular sowie individuell und adaptiv sein. Bildungsnachweise sollen digital zertifiziert und online sicher verwaltet werden können.
  • Verbesserung der individuellen Aufstiegsförderung durch die 4. Novelle des Aufstiegsbildungsförderungsgesetzes (AFGB); Abbau von finanziellen Hemmnissen für berufliche Aufsteiger und Aufsteigerinnen. Zusätzlich werden 350 Millionen Euro  in dieser Legislaturperiode für das AFBG ausgegeben.
  • Bundesweit verbindliche Verankerung der Bewertung und Zertifizierung informell erworbener Kompetenzen
  • Stärkung der Motivation für eine Weiterbildungsteilnahme, u.a. durch Weiterbildungsmentoren für Geringqualifizierte
  • Förderung der Vermittlung von Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen durch Fortsetzung der Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung; Aufbau niedrigschwelliger Angebote zur Vermittlung digitaler Grundkompetenzen
  • Stärkung von Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten als Kompetenz-Partner für den Digitalen Wandel
  • Verbesserung der Datenlage in der Weiterbildung; Initiativen zum Monitoring benötigter Kompetenzen