Nationaler IT-Gipfel 2015

Die deutsche Wirtschaft ist beim digitalen Wandel international führend. Das zeigt die neue Online-Landkarte der Plattform Industrie 4.0, die auf dem Nationalen IT-Gipfel in Berlin vorgestellt wurde. Sie informiert über 200 Anwendungsbeispiele.

Johanna Wanka und Bundeskanzlerin Merkel am Exponat Industrie 4.0 beim IT-Gipfel 2015 © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Ob mit einer intelligenten Datenbrille für Montagearbeiter oder einem Onlinemarktplatz, auf dem sich Kunden per Smartphone ihr gewünschtes Produkt selbst konstruieren können –Industrie 4.0 verändert Produktion und Konsum. In einer virtuellen Deutschlandkarte der Plattform Industrie 4.0 sind ab sofort rund 200 Projekte aus der Praxis zu finden. Die Online-Landkarte wurde auf dem Nationalen IT-Gipfel in Berlin von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, beide Leitungsmitglieder der Plattform Industrie 4.0, vorgestellt.

Wie die Digitalisierung der industriellen Produktion praktisch und erfolgreich gemeistert werden kann, können Interessierte per Mausklick auf der Landkarte nachverfolgen. Die Beispiele stammen dabei aus den verschiedensten Branchen, aus Großunternehmen und kleinen Handwerksbetrieben.

Der Nationale IT-Gipfel findet bereits zum neunten Mal in Folge statt. Er ist zu einem zentralen Forum für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Zivilgesellschaft geworden. Seit dem IT-Gipfel im Jahr 2014 orientiert sich die Veranstaltung thematisch an den Handlungsfeldern der Digitalen Agenda der Bundesregierung. Der deutlich erweiterte Kreis der Beteiligten hat mit zahlreichen Veranstaltungen einen breiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dialogprozess begonnen. Die Arbeit zum IT-Gipfel findet kontinuierlich in neun Plattformen statt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist in zwei dieser Plattformen vertreten: Bundesministerin Johanna Wanka gehört sowohl den Leitungsgremien der Plattformen „Industrie 4.0“ wie auch „Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft“ an.

Die Zukunftsfragen zur Industrie 4.0

Die Plattform Industrie 4.0 zählt zu den größten Plattformen des IT-Gipfels. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft soll ein einheitliches Grundverständnis von Industrie 4.0 formuliert und in die Öffentlichkeit getragen werden. In der Leitung dieser Plattform wirken neben Bundesministerin Wanka daher der Bundesminister für Wirtschaft  und Energie, Sigmar Gabriel, sowie Reinhard Clemens, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, Ulrich Grillo, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V., Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender IG Metall, Bernd Leukert, Mitglied des Vorstands SAP SE, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Vorstandsmitglied der SIEMENS AG sowie Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender Festo AG mit.

Die in den Arbeitsgruppen ganzjährig verfolgten Arbeitsfelder der Plattform sind Zukunftsfragen in den Themen Standardisierung und Normung, Sicherheit vernetzter Systeme, rechtliche Rahmenbedingungen, Forschung und Arbeitsgestaltung. Die Plattform entwickelt zu ausgewählten Fragestellungen vorwettbewerbliche Konzepte und spezifische Handlungsempfehlungen

Forschung treibt die Industrie 4.0 voran

An 524 Standorten in ganz Deutschland unterstützt das Bundesforschungsministerium Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft bei der Digitalisierung von Produktionsprozessen.

Das Bundesforschungsministerium hat in den letzten Jahren mit zahlreichen Fördervorhaben die Grundlagen gelegt, um Industrie 4.0 technisch zu realisieren, wirtschaftlich einzusetzen und die Arbeitsorganisation auch in einem für die Beschäftigten positiven Sinne zu verändern. In Verbünden aus Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind zahlreiche Lösungen entstanden.

Das BMBF richtet sich außerdem an kleine und mittelständische Maschinen- und Anlagenbauer als Hersteller von Maschinen und Anlagen-Bausteinen für Industrie 4.0. Diese KMU sollen die Möglichkeit erhalten, ihre innovativen Komponenten in größeren und vernetzten Produktionsumgebungen zu erproben. Das Bundesforschungsministerium wird sie dabei unterstützen. Dazu wird eine neutrale Stelle zur Koordinierung und Beratung eingerichtet, die die Ergebnisse aus den Testumgebungen für die Fachöffentlichkeit aufarbeitet.

„An mehr als 500 Forschungsstandorten haben wir in Deutschland Projekte zu Industrie 4.0 gestartet. Unsere Forschung kommt an und hilft vor allem dem Mittelstand beim Zugang zur vernetzten Produktion. Sie müssen neue Ideen und Techniken praxisnah auf Industrie 4.0-Tauglichkeit testen können. Dafür sind Testumgebungen, sogenannte „test beds“, erstklassige Erprobungsplattformen, die in Deutschland aufgebaut werden und jetzt noch stärker von Unternehmen genutzt werden müssen.“

Johanna Wanka, Bundesforschungsministerin

Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft

Da Bildung, Wissenschaft und Forschung in besonderem Maße von der digitalen Transformation beeinflusst sind, wurde die Plattform „Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft“ neu ins Leben gerufen. Seit September 2015 widmen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung beispielsweise den Veränderungen im Aus- und Weiterbildungssystem und den offenen Fragen im Umgang mit kontinuierlich wachsenden Forschungsdaten.

Die Plattform steht unter der Leitung von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und August-Wilhelm Scheer von der Scheer Group. Es ist die zweite Plattform des IT-Gipfels, in der sich das Bundesforschungsministerium maßgeblich engagiert. Die ersten Ergebnisse der neu gegründeten Plattform wurden ebenfalls auf dem IT-Gipfel in Berlin vorgestellt.