Neubau für die Demenzforschung in Bonn

Damit Patientinnen und Patienten schnell von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren können, wird am Standort Bonn die Forschung gebündelt. Bundeskanzlerin Merkel und der Parlamentarische Staatssekretär Rachel haben das neue Haus eröffnet.

Forschungsergebnisse schnell zum Patienten bringen: Bundeskanzlerin Angela Merkel beim DZNE in Bonn. © Bundesregierung/Guido Bergmann

Die Diagnose einer Demenzerkrankung wie Alzheimer oder Parkinson stellt angesichts der heute noch fehlenden effizienten Therapiemöglichkeiten Betroffene wie Angehörige vor große Herausforderungen.  Entscheidende Fortschritte bei der Behandlung, aber auch neue Ansätze für die Versorgung von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen sind daher erforderlich. Daran arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) seit Gründung des Zentrums mit Nachdruck und spielen international inzwischen eine führende Rolle.

500 Beschäftigte unter einem Dach

Um die Forschung am Standort in Bonn unter einem Dach zu bündeln, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Neubau des DZNE  - zusammen mit Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung - den Forscherinnen und Forschern übergeben. Es ist eines der modernsten Forschungsgebäude für neurodegenerative Erkrankungen.

Mit der Inbetriebnahme des Forschungsneubaus werden die inzwischen fast 500 Beschäftigten des DZNE am Standort Bonn in verschiedensten Disziplinen gemeinsam in einem Gebäude mit allen damit verbundenen Vorteilen forschen können. Der Neubau auf dem Campus des Bonner Universitätsklinikums ermöglicht in neuer Qualität eine über Institutionen reichende Vernetzung in der Grundlagen- und in der klinischen Forschung.

Grundlagenforschung und klinische Anwendung

Das Land Nordrhein-Westfalen und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben gemeinsam 127 Millionen Euro in den Neubau investiert, wovon Nordrhein-Westfalen den überwiegenden Anteil getragen hat. „Das DZNE ist für die Erforschung von neurodegenerativen Erkrankungen eine tragende Säule in unserer Wissenschaftslandschaft. Mit dem Neubau in Bonn können in Zukunft international hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diesem Feld endlich unter einem Dach zusammenarbeiten", sagte Thomas Rachel. "Wir fördern damit die enge und interdisziplinäre Vernetzung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Patientinnen und Patienten können damit früher von neuen wissenschaftlichen Ergebnissen profitieren.“

Das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)

Das DZNE erforscht die Ursachen von Krankheiten des Nervensystems wie Alzheimer oder Parkinson. Es wurde auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung von Forschung (BMBF) 2009 als 16. Helmholtz-Zentrum gegründet. Das DZNE erhält vom BMBF und den jeweiligen Sitzländern eine institutionelle Förderung im Verhältnis 90 zu 10 in Höhe von derzeit rund 80 Millionen Euro jährlich, zuzüglich Sonderfinanzierungen für Neubauten.
An neun Standorten wirken über 1000 Mitarbeiter aus über 55 Nationen: Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Tübingen, Rostock/Greifswald und Witten. Sie erforschen in mehr als 80 Arbeitsgruppen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Gehirnerkrankungen mit dem Ziel, neue präventive und therapeutische Ansätze zu entwickeln. Dabei ist die Grundlagenforschung eng mit der klinischen Forschung, mit Populationsstudien und der Versorgungsforschung verbunden.