Neubau für die Tübinger Hirnforschung

Neue Infrastruktur für exzellente Forschung: Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat den Neubau des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen am Standort Tübingen eröffnet.

Der Neubau des Forschungszentrums in Tübingen. © DZNE / Dirk Förger

Alzheimer – ein Diagnose, die ein Leben verändert. Den Weg nicht mehr zu finden, den Partner, die eigenen Kinder und irgendwann sich selbst nicht mehr zu kennen, ist ein Schicksal, vor dem viele Menschen Angst haben. In Deutschland leben derzeit 1,4 Millionen Menschen mit Demenz, zwei Drittel von ihnen haben Alzheimer. Und jährlich kommen rund 300.000 Neuerkrankungen hinzu.

Demenz ist aber nicht nur für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine große Herausforderung, sondern auch für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an der Erforschung dieser Krankheiten arbeiten. Denn Demenz ist nicht gleich Demenz: Krankheitsverläufe und Ursachen sind sehr individuell. Um Patienten bestmöglich zu versorgen, braucht es vor allem eines: noch mehr Forschung.

Johanna Wanka bei der Eröffnung des Neubaus des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Tübingen.
Johanna Wanka hat das neue Forschungszentrum eröffnet. © DZNE / Dirk Förger

Neue Strategien für Prävention, Diagnose und Therapie von Hirnerkrankungen erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Sie tragen mit neuen Methoden und innovativen Ansätzen dazu bei, die Ursachen neurodegenerativer Krankheiten aufzuklären. Damit das auch in Zukunft möglich ist, wurde am Standort Tübingen ein neues Gebäude mit einer hervorragenden Infrastruktur gebaut. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat das neue Forschungszentrum auf dem Tübinger Klinikumsgelände kürzlich eröffnet. Im Neubau sollen bis zu 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten.

„Dieser Neubau des DZNE in Tübingen steht für eine visionäre und klare Zukunftspolitik in der Gesundheitsforschung in Deutschland. Mit den herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort wird es rasch gelingen, das Gebäude mit Forschergeist zu füllen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um dem Anspruch der Bundesregierung, Patientinnen und Patienten eine Perspektive für ein langes selbstbestimmtes Leben zu geben, immer besser zu erfüllen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Eröffnung.

Deutschlandweit vernetzte Forschung

Mit neun Standorten in Deutschland bündelt das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen wissenschaftliche Expertise: Über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforschen in mehr als 70 Arbeitsgruppen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Gehirnerkrankungen mit dem Ziel, neue präventive und therapeutische Ansätze zu entwickeln. Dabei ist die Grundlagenforschung eng mit der klinischen Forschung, mit Populationsstudien und der Versorgungsforschung verbunden. So sollen schnell neue Therapien entwickelt werden.

Das DZNE ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft und das erste von insgesamt sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Bekämpfung der wichtigsten Volkskrankheiten eingerichtet wurden.