Neue Beratung für ausländische Fachkräfte

Bundesbildungsministerin Karliczek, Bundesarbeitsminister Heil und BA-Vorstand Terzenbach haben in Bonn die Beratungsstelle für ausländische Fachkräfte eröffnet. Sie soll die Anwerbung im Ausland erfolgreicher machen. Wie funktioniert das?

Die Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA) hat am 01. Februar 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird in dem komplexen System der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland eine Lotsenfunktion für Bewerberinnen und Bewerber übernehmen. Dies soll vor allem den Fachkräften helfen, die sich noch im Ausland befinden und am Anfang ihrer Arbeitssuche in Deutschland stehen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagt: „Exzellente Fachkräfte sind das Rückgrat unserer Wirtschaftskraft. Umso dringender werden in vielen Branchen Fachkräfte gesucht. Deshalb müssen wir unseren Blick auch ins Ausland richten. Gute Fachkräfte, die zu uns nach Deutschland kommen wollen, sind ein Gewinn für unseren Arbeitsmarkt“.

Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was soll das neue Beratungszentrum leisten?

Das Angebot der Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung – kurz ZSBA - richtet sich an Fachkräfte, die im Ausland leben und in Deutschland arbeiten wollen. Die Zentrale Servicestelle ist für sie zentraler Ansprechpartner und bietet Beratung und Begleitung durch das Verfahren der beruflichen Anerkennung und das Visumverfahren bis zur Einreise nach Deutschland. Sie ist also für die Fachkräfte im Ausland ein Lotse im Verfahren. Gleichzeitig entlastet sie den zuständigen Stellen von der zeitintensiven Beratung und Kommunikation von Anfragenden aus dem Ausland. Sie sorgt dafür, dass die richtigen Unterlagen bei der richtigen Stelle möglichst vollständig eingereicht werden. Ziel ist, dass dadurch die Anerkennungsverfahren transparenter und schneller werden.

Wie sieht es mit Personal und Abläufe aus?

In der Zentralen Servicestelle arbeiten derzeit 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie wird im Lauf des Jahres auf bis zu 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeweitet. Sie bringen alle sehr gute Sprachkenntnissen auch über Englisch hinaus mit. Die Beratung erfolgt telefonisch oder elektronisch, auch über skype und Videochat. Wenn sich eine Fachkraft an die zentrale Servicestelle wendet, berät diese sie als erstes intensiv über das Anerkennungsverfahren und die Perspektiven. Sie berät dazu, in welchen Regionen sich mit der spezifischen Qualifikation gute Arbeitsmöglichkeiten finden und vermittelt auch Kontakte zu Arbeitgebern.

Die Zentrale Servicestelle hilft dann den Antragstellenden bei der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen für das Anerkennungsverfahren, prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit und leitet sie mit Einwilligung der ausländischen Fachkraft an die zuständige Stelle weiter. Die Vorprüfung beschleunigt das Verfahren, denn die Behörden haben dann gleich die notwendigen Unterlagen, um mit der Bearbeitung beginnen zu können.

Die Servicestelle nimmt den Anerkennungssuchenden die Kommunikation mit den Behörden ab und berät auch für die nächsten Schritte, zum Beispiel bei der Vermittlung von Qualifizierungsangeboten, wenn Lücken im Vergleich zur deutschen Ausbildung festgestellt werden. Dabei arbeitet sie eng mit den regionalen Beratungseinrichtungen im Deutschland zusammen.

Wie wird das Zentrum im Ausland bekannt gemacht?

Die Zentrale Servicestelle ergänzt das Beratungsangebot zu Anerkennungsverfahren und baut darauf auf. Auf dem Fachkräfteportal der Bundesregierung „Make it in Germany“ und auf dem Anerkennungsportal wird über das neue Angebot informiert. Fachkräfte, die vom Ausland aus bei der zentralen Telefonhotline „Leben und Arbeiten in Deutschland“ anrufen, werden von der Zentralen Servicestelle vertieft weiterberaten und durch die Verfahren begleitet, wenn sie konkret die Zuwanderung planen. Die zuständigen Stellen in Deutschland und Beratungsstellen und Botschaften im Ausland verweisen Zuwanderungsinteressierte Fachkräfte zur Beratung und Verfahrensbegleitung an die Zentrale Servicestelle.

Wie reiht sich die Maßnahme in die übrigen Aktivitäten zur Fachkräfteanwerbung ein?

Die Servicestelle betreibt selber keine Anwerbung, die Werbung geschieht ganz wesentlich durch das Internetportale „Make-it In Germany“, diese Plattform der Bundesregierung für die Gewinnung von internationalen Fachkräften wird weiter ausgebaut. Aber die Zentrale Servicestelle ist ein Schlüssel für erfolgreiche Anwerbung: Sie stellt sicher, dass die Fachkräfte in Deutschland erfolgreich durch die Verfahren gelotst werden, bis sie in Deutschland einreisen.

Die Zentrale Servicestelle ist damit wesentlicher Baustein in der Strategie der Bundesregierung zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte. Sie schließt eine wichtige Lücke im Portfolio der bisherigen Beratungsangebote, denn es steht überregional und zentral als Ansprechpartner für Fachkräfte aus dem Ausland zur Verfügung. Einen solchen zentralen Lotsen gab es bisher nicht. Durch die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Länder trägt sie dazu bei, die Verfahren für die zuwandernden Menschen effizienter und transparenter zu gestalten.