Neue Chancen für Studienabbrecher

Ein Studienabbruch kann ein neuer Anfang sein – vor allem in der beruflichen Bildung. Das Bundesbildungsministerium fördert diesen Weg auf vielfältige Weise.

Für den Abbruch eines Studiums kann es viele Gründe geben: Unzufriedenheit mit den Inhalten, Überforderung, fehlender Praxisbezug oder finanzielle Schwierigkeiten. Die Abbruchquote bei den Bachelorstudiengängen ist in Deutschland mit 28 Prozent relativ hoch. Eine Möglichkeit für einen neuen beruflichen Weg ist der Einstieg in eine duale Berufsausbildung. Das Bundesbildungsministerium fördert diesen neuen Anfang auf vielfältige Weise.

Interessante Fach- und Führungsaufgaben

Denn Studienabbrecher bringen häufig wichtige und auf die Berufsbildung anrechenbare Vorqualifikationen mit, die gezielt für einen schnellen nichtakademischen Karriereweg verwertbar sind. So können sie ihre Potenziale gut nutzen. Hinzu kommt, dass gerade auf der mittleren Qualifikationsebene zunehmend Fachkräfte benötigt werden. Studienabbrecher können dort interessante Fach- und Führungsaufgaben übernehmen.

Erfolgsgeschichten

Neben präventiven Maßnahmen wie der Vermeidung von Studienabbrüchen unter den Studierenden (zum Beispiel über den Qualitätspakt Lehre oder den Hochschulpakt) und der Verhinderung von Fehlentscheidungen bei der Berufs- und Studienwahl (zum Beispiel über eine vertiefte Berufsorientierung auch an Schulen, die zu einer Hochschulzugangsberechtigung führen) hat das BMBF daher im Mai 2014 die Initiative zur Gewinnung von Studienabbrechern für die berufliche Bildung gestartet.

Information

Diese Initiative des Ministeriums läuft bis Ende 2018 und umfasst verschiedene Handlungsfelder und Fördermaßnahmen.

So wurden die Informationsangebote für Studienzweifler/innen und Studienabbrecher/innen deutlich verbessert. Im Juli 2016 startete eine zentrale Online-Informationsplattform, welche Studienzweifler und Studienabbrecher über alternative Qualifizierungswege in und außerhalb der Hochschulen informiert.

An den wesentlichen Hochschulstandorten der Länder werden kooperative und nachhaltig bestehende Beratungsangebote aus- beziehungsweise aufgebaut. So gibt es seit 2015/16 eine Förderung von vier landesweiten sogenannten „Leuchtturmprojekten“ in Hessen, Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Darüber hinaus ist es wichtig, Studienabbrecher/innen an insbesondere Klein- und Mittelbetriebe zu vermitteln. Dies geschieht durch bundesweit 17 regionale Vermittlungs- und Integrationsprojekte im Rahmen des Programms JOBSTARTER plus.

Im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) können Studienabbrecher ihre im Studium erworbenen Kenntnisse auch auf eine berufliche Aus- oder Weiterbildung anrechnen lassen, so zum Beispiel durch die im Mai 2014 novellierten Fortbildungsordnungen „Geprüfter Handelsfachwirt“ und „Geprüfter Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel“.

Schließlich wurde im Juni 2016 eine Forschungsstudie der Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI) zum Thema „Studienabbruch“ gestartet.

Für alle Maßnahmen dieser Initiative stehen in den Jahren 2014 bis 2018 rund 16 Millionen Euro zur Verfügung.