Neue Chancen in Handwerk, Handel und Industrie

BMBF fördert Modellprojekte zur Integration von Studienabbrechern in die berufliche Bildung / Wanka: „Attraktive Karriereperspektiven“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will Studienabbrechern neue Chancen in der beruflichen Bildung eröffnen. Mit dem BMBF-Programm Jobstarter plus werden deshalb ab Januar 2015 unter anderem bundesweit Pilotprojekte zur Entwicklung und Erprobung von innovativen Modellen zur Integration von Studienabbrechern in die berufliche Bildung gefördert. Das Programm wird aus Mitteln des BMBF sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sagte: „Vor dem Hintergrund der  absehbaren Engpässe bei Fachkräften mit einer Berufsausbildung ist es auch erforderlich, leistungsstarke Jugendliche für die berufliche Aus- und Weiterbildung zu gewinnen. Hierzu zählen Studienabbrecher. Deshalb werden wir die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung verbessern und dabei auch Studienabbrechern neue Chancen in der beruflichen Bildung bieten. Denn die Berufsbildung öffnet interessante Karriereperspektiven und Studienabbrecher bringen häufig wichtige Vorqualifikationen mit. Ich bin davon überzeugt, dass berufliche und akademische Bildung gleichwertig sind. Ein Meister muss sich nicht hinter einem Akademiker verstecken.“

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, sagte: „Künftig muss an Hochschulen zur Studierendenberatung auch die Alternative der beruflichen Bildung gehören. Studienaussteiger sollten die Chance ergreifen, bei der Zukunftssicherung des Handwerks eine Führungsrolle zu spielen."

Mit den BMBF-Programm Jobstarter plus sollen bundesweit rund 15 regionale Pilotprojekte gefördert werden. Konkret geht es dabei um die Beratung, Begleitung und Unterstützung von Kleinen - und Mittleren Unternehmen (KMU) bei der Gewinnung von Studienabbrechern für den Weg in die duale Berufsausbildung und Fortbildung. Gerade mit Blick auf den Fachkräftebedarf und die anstehenden Unternehmensnachfolgen sollten KMU diese jungen Erwachsenen verstärkt als potentielle Fachkräfte wahrnehmen und Strategien entwickeln, um sie über die Chancen einer Berufsausbildung zu informieren und als künftige Fach- und Führungskräfte zu gewinnen.

Um Studienabbrecher besser über die Perspektiven in der beruflichen Bildung und die rechtlichen Möglichkeiten zur Anerkennung von bereits erworbenen Qualifikationen zu informieren, will das BMBF zudem ein zentrales Informationsportal aufbauen. Gefördert werden sollen außerdem Leuchtturmprojekte zum Aufbau regionaler Beratungsangebote und zur Entwicklung von Modellen zur Anrechnung von im Studium erworbenen Kenntnissen auf die berufliche Aus- und Fortbildung. Insgesamt wird das BMBF in dieser Legislaturperiode rund 13,5 Millionen Euro zur Integration von Studienabbrechern in die berufliche Bildung bereitstellen.

Ausführliche Informationen zum Programm finden sich unter http://www.jobstarter.de/