Neue Förderung für die Halbleiter-Industrie

Bundesministerin Johanna Wanka hat gemeinsam mit Kanzlerin Merkel den Mikroelektronik-Standort in Dresden besucht. Ein neues Rahmenprogramm zur Förderung der Mikroelektronik soll bis Ende des Jahres vom Bundesforschungsministerium erarbeitet werden.  

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka beim Chiphersteller Infineon in Dresden. © Bundesregierung/Steffen Kugler

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat heute gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich den Mikroelektronik-Standort in Dresden besucht. Sie haben die Fabriken der beiden Chiphersteller Globalfoundries und Infineon besichtigt und mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) über die strategische Zukunft der Mikroelektronik in Dresden, Deutschland und Europa diskutiert.

Sowohl Globalfoundries als auch Infineon und das Fraunhofer-Institut IPMS werden derzeit in Forschungsprojekten vom Bundesforschungsministerium gefördert. Globalfoundries arbeitet mit Unterstützung des Bundes an neuen Chiptechnologien. Infineon hat zahlreiche Pilotprojekte zur Leistungselektronik ins Leben gerufen. Das IPMS entwickelt Produktionsprozesse für kompakte Mikrosysteme. Alle drei Einrichtungen profitieren in den Projekten, die von der EU und dem Freistaat Sachsen kofinanziert werden, auch von starken europäischen Kooperationen.

Neue Förderung für die Mikroelektronik

Um Innovationen in der Halbleiterindustrie auch künftig voranzutreiben, erarbeitet das Bundesforschungsministerium bis Ende des Jahres zusammen mit weiteren Ressorts ein neues Rahmenprogramm. Das Programm soll mit einem Volumen von 400 Millionen Euro bis 2020 ausgestattet werden. Das hat Bundesforschungsministerin Wanka bei ihrem Besuch in Dresden angekündigt.

Bundesforschungsministerin Wanka sagte: „Deutschland ist stark in der Mikroelektronik. Das hat uns der heutige Besuch hier in Dresden ganz klar vor Augen geführt. Die Konkurrenz schläft aber nicht und die Digitalisierung schreitet schnell voran. Deshalb müssen wir unsere Forschung, aber auch gute Rahmenbedingungen für Investitionen gemeinsam weiter ausbauen.“ Die Mikroelektronik sei insbesondere für die Vernetzung von Produktion und Internet eine entscheidende Voraussetzung. „Wer Industrie 4.0 fördern will, braucht starke Chips. Ohne Sensoren sind Roboter „blind“. Die Sensoren sind die Quelle der Daten, über die wir bei Industrie 4.0 und Smart Services immer reden“, so Wanka.

Jeder zweite Chip kommt aus Sachsen

Dresden ist in der Mikroelektronik-Branche heute der wirtschaftlich stärkste Standort in Europa. Jeder zweite in Europa hergestellte Chip kommt aus Sachsen. Der Standort wird deshalb auch oftmals als „Silicon Saxony“ bezeichnet in Anlehnung an das Silicon Valley in Kalifornien.

Mit rund 25.000 Beschäftigten erwirtschaftet die sächsische Mikro- und Nanoelektronik-Industrie einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro pro Jahr. Seit der Wiedervereinigung haben das Bundesforschungsministerium und der Freistaat Sachsen den Ausbau des Innovationsstandortes Dresden unterstützt.