Neue Impfstoffe gegen Epidemien

Die „Coalition for Epidemic Preparedness Innovations“, kurz CEPI, soll gefährliche Epidemien stoppen, bevor humanitäre Katastrophen entstehen. In Berlin haben CEPI-Vertreterinnen und -Vertreter beraten, wie sie ihre Arbeiten zielführend koordinieren.

Epidemien gemeinsam bekämpfen: Bundesministerin Johanna Wanka mit den Mitgliedern des CEPI Interim Board in Berlin © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Ziel von CEPI ist es, Impfstoffe gegen Erreger zu entwickeln, die zu weltweiten Bedrohungen werden können. Die Initiative ist eine Konsequenz der Lehren aus der Ebola-Krise, die seit Ende 2014 über 11.000 Menschen das Leben kostete. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt CEPI in den nächsten fünf Jahren mit bis zu 90 Millionen Euro. Damit ergänzt es seine Forschungsförderung zu Infektionskrankheiten, die vor allem die ärmsten Länder der Welt betreffen. Bis zum Jahr 2021 soll CEPI Impfstoffe gegen Erreger mit dem größten Pandemiepotential entwickeln.

Leben retten: Bis zum Jahr 2021 soll CEPI Impfstoffe gegen Erreger mit dem größten Pandemiepotential entwickeln. © Thinkstock/Wavebreakmedia

Deutschland ist Gründungsmitglied

Um erfolgreich zu sein, braucht CEPI gut funktionierende, transparente Entscheidungs- und Steuerungsstrukturen. Über deren Ausgestaltung berieten CEPI-Vertreterinnen und Vertreter am 11. und 12. Juli im BMBF. Deutschland ist Gründungsmitglied der Impfstoff-Initiative. Weitere Mitglieder sind Norwegen, Japan, Indien, Belgien und Australien, die Bill und Melinda Gates Stiftung und der Wellcome Trust.

Impfstoffe - für alle erschwinglich

Damit CEPI seine Ziele erreichen kann, müssen viele Akteure mit verschiedenen Kompetenzen und Blickwinkeln effektiv zusammenarbeiten – Geberländer, Stiftungen, Wissenschaftler, Unternehmen der pharmazeutischen Industrie und Nichtregierungsorganisationen. Da die zu entwickelnden Impfstoffe für alle Betroffenen zugänglich und erschwinglich sein sollen, werden auch die von den Krankheiten am stärksten betroffenen Länder in die CEPI-Projekte eingebunden.

Abstimmung mit der WHO

Entscheidend für den Erfolg der Initiative ist eine enge Zusammenarbeit mit weiteren internationalen Aktivitäten, insbesondere die enge Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Daher orientieren sich die CEPI-Aktivitäten an der WHO-Liste der Erreger mit dem größten Pandemiepotential. Dazu gehören beispielsweise das Nipah- und Lassa-Virus sowie der Erreger des „Middle East Respiratory Syndrome“, kurz MERS. Bis zum Jahr 2021 will CEPI je zwei Impfstoffe gegen diese Viren entwickeln. Dafür wollen die Geldgeber eine Milliarde Dollar bereitstellen.

Nipah-Virus

Das Nipah Virus ist eine Infektionskrankheit, die Tiere und Menschen betrifft: 1998 wurde es erstmalig von Schweinen auf den Menschen übertragen. 2004 steckten infizierte Fledermäuse Menschen an. Auch die direkte Übertragung zwischen den Menschen wurde bereits dokumentiert. Der Erreger verursacht eine tödliche Hirnhautentzündung und akute Atemwegsbeschwerden.

Lassa-Virus

Das Lassa-Virus wird durch die Ausscheidungen von Ratten auf den Menschen übertragen. Es verursacht beim Menschen Fieber, das mit Blutungen einhergehen kann. In verschiedenen Ländern Westafrikas tritt es bereits gehäuft auf. Das Virus wurde erstmalig in den 50er Jahren beschrieben und 1969 identifiziert.

MERS – Middle East Respiratory Syndrome

Das MERS-Virus wurde erstmals 2012 in Saudi-Arabien bei einem Patienten nachgewiesen, der an einer Lungenentzündung starb. Danach trat MERS in vielen anderen Ländern auf, in Deutschland zuletzt im Jahr 2015. Es infiziert die Menschen über die Atemwege. Wenn sich das Virus zu einer ansteckenderen Form weiterentwickelt, könnte es eine gefährliche Pandemie auslösen.