Neue Impulse für die berufliche Bildung

Wie kann man die berufliche Ausbildung für junge Menschen noch attraktiver machen und damit dem Fachkräftemangel in Naturwissenschaft und Technik entgegenwirken? Darum geht es beim 3. Nationalen MINT-Gipfel in Berlin.

Johanna Wanka auf dem 3. Nationalen MINT-Gipfel
Johanna Wanka auf dem 3. Nationalen MINT-Gipfel © Nationales MINT Forum / Ausserhofer

Von der Erfindung des Buchdrucks, über die Entwicklung der ersten Computer bis zur Industrie 4.0 – gesellschaftlicher Fortschritt entsteht immer auch aus technischem Fortschritt und wissenschaftlicher Erkenntnis.  Dazu aber braucht es vor allem eines: Fachkräfte, die in den MINT-Fächern, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, gut ausgebildet sind.

Das Modell der beruflichen Ausbildung in Deutschland ist eine anerkannte Erfolgsgeschichte, die sogar in anderen europäischen Ländern Nachahmer findet. Trotzdem aber verliert die praxisorientierte Ausbildung in einem Betrieb für junge Deutsche an Attraktivität: Laut Berufsbildungsbericht sind im vergangenen Jahr 37.000 Stellen unbesetzt geblieben. Einer der Gründe dafür ist das steigende Interesse an einer akademischen Ausbildung: Mehr als die Hälfte eines Jahrgang beginnt inzwischen ein Studium, mit der Folge, dass den Betrieben die Auszubildenden und damit die Fachkräfte von morgen fehlen – insbesondere im MINT-Bereich.

Mehr Azubis für MINT-Berufe gesucht

Das Nationale MINT-Forum verbindet wichtige Akteure der MINT-Bildung wie Fachverbände, Stiftungen, Wissenschaftseinrichtungen, Arbeitgeberverbände und die Bundesagentur für Arbeit. Beim 3. Nationalen MINT-Gipfel stellen die Mitglieder des Forums ein gemeinsames Aktionsprogramm zur Stärkung der MINT-Bildung vor.

Wie man mehr junge Menschen dazu motivieren kann, eine naturwissenschaftlich-technische Berufsausbildung zu ergreifen, ist das zentrale Thema des 3. Nationalen MINT-Gipfels, den Bundesbildungsministerin Johanna Wanka in Berlin eröffnet hat. Unter den Teilnehmern sind auch Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundeswirtschaftsministeriums, Reiner Hoffmann, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Holger Schwannecke, der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

„Deutschland ist auf qualifizierte MINT-Fachkräfte angewiesen – aus der akademischen wie aus der beruflichen Bildung gleichermaßen. Beide Bildungsbereiche bieten jungen Menschen attraktive, flexible und gleichwertige Karrierewege“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Kindliche Neugier auf Technik wecken

Bildungschancen hängen in Deutschland noch immer stark vom Familienhintergrund und dem Bildungsstand der Eltern ab. Um bei Kindern das Interesse an den Phänomenen der Natur so früh wie möglich zu wecken, unterstützt das Bundesbildungsministerium Initiativen wie beispielsweise das Haus der kleinen Forscher.

„Ich bin überzeugt, dass ein breites Interesse für naturwissenschaftliche Fragestellungen nur entsteht, wenn wir Kinder frühzeitig und alltagsgerecht für diese Themen begeistern. In der Berufsorientierung brauchen Jugendliche an ihren Kompetenzen ausgerichtete Unterstützung, also individuelle Beratung und Potenzialanalysen. Hier setzen wir an und wollen noch mehr junge Menschen mit unseren Beratungsangeboten erreichen, auch an Gymnasien“, sagte Wanka

Die Initiative „Chance Beruf“ und die im vergangenen Jahr zwischen Bund, Wirtschaft, Gewerkschaften und Ländern geschlossene Allianz für Aus- und Weiterbildung soll die duale Berufsausbildung in Deutschland zusätzlich stärken.