Neue Perspektiven schaffen

DAAD fördert aus Mitteln des BMBF mehr als 300 Projekte an 180 Hochschulen deutschlandweit, um Flüchtlinge beim Weg in ein Studium zu unterstützen

Staatssekretärin Quennet-Thielen im Gespräch mit syrischen Flüchtlingen an der FU Berlin © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aktuell mehr als 300 Projekte an über 180 Hochschulen, um Flüchtlingen deutschlandweit den Zugang zum Studium zu ermöglichen. Ende 2015 hatte das BMBF ein entsprechendes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. In den nächsten Jahren stellt das BMBF hierfür rund 100 Millionen Euro bereit, davon 27 Millionen im laufenden Jahr.

"Wer das Zeug dazu hat, soll bei uns studieren können", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. "Wir wollen geflüchteten jungen Talenten möglichst schnell eine Perspektive als internationale Studierende geben, damit sie als Fachkräfte eines Tages ihre Heimat wieder aufbauen oder hier zum Wohl unseres Landes beitragen können. Angesichts des großartigen Engagements von Studierenden und Hochschulen bin ich optimistisch, dass uns das gelingt. Das BMBF unterstützt die Hochschulen mit gezielten Programmen dabei, studierfähige Flüchtlinge zu integrieren."

"Unsere Förderprogramme sind an den Hochschulen auf große Resonanz gestoßen. Darin zeigen sich das hohe Engagement der Hochschulen ebenso wie der tatsächliche Bedarf an speziellen Angeboten für Geflüchtete, die studieren können und wollen. Größte Hürde ist derzeit noch die Sprache, deshalb sind Vorbereitungskurse etwa an Studienkollegs für einen erfolgreichen Weg ins Studium von zentraler Bedeutung", sagte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel.

Wintermantel und BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen besuchen heute einen Vorbereitungskurs für Flüchtlinge am Studienkolleg der Freien Universität Berlin. Die Bildungsstaatssekretärin und die DAAD-Präsidentin wollen dort gemeinsam mit dem Präsidenten der Freien Universität, Peter-André Alt, mit Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern ins Gespräch kommen und einen Eindruck davon erhalten, wie das BMBF-Maßnahmenpaket in der Praxis wirkt.

Kern der Maßnahmen ist die fachliche und sprachliche Vorbereitung von Flüchtlingen mit einer Hochschulzugangsberechtigung ihres Herkunftslandes auf ein Fachstudium in Deutschland. Aktuell fördert der DAAD im Programm "Integra" aus Mitteln des BMBF 152 Projekte, mit denen bislang rund 2800 Plätze an Studienkollegs oder vergleichbaren Einrichtungen sowie in Fach- und Sprachkursen der Hochschulen bereitgestellt werden.

Außerdem fördert das BMBF über den DAAD 152 Projekte im Programm "Welcome – Studierende engagieren sich für Flüchtlinge". Knapp 700 studentische Hilfskräfte an deutschen Hochschulen arbeiten in diesen Projekten - etwa für Mentorenprogramme, sprachliche Unterstützung über Lerncafés oder Sprachpatenschaften sowie Beratungsangebote.

Ein weiterer Baustein der Maßnahmen ist die Feststellung und Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen: Studieninteressierte, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, können kostenfrei einen Studierfähigkeitstest ablegen und ihre Bewerbungen für Studienplätze einreichen. Die Gebühren für den Test für ausländische Studierende (TestAS) und für das Prüfverfahren durch die Servicestelle uni-assist werden vom DAAD aus Mitteln des BMBF übernommen. Durch die Verfahren wird geklärt, ob der jeweilige Bewerber eine Chance auf Hochschulzulassung hat.

Weitere Informationen unter:

https://www.bmbf.de/de/fluechtlinge-durch-bildung-integrieren-1944.html

https://www.daad.de/der-daad/fluechtlinge/de/

www.fu-berlin.de/welcome