Neuer Test für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft zu spät erkannt.  Ein Forschungsverbund entwickelt nun einen neuen Test zur gezielten Früherkennung. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Ein einfacher Bluttest könnte in Zukunft Bauchspeicheldrüsenkrebs sicher diagnostizieren. © Projekttraeger DLR Gesundheitsforschung im Auftrag des BMBF

Denn der Test soll wirksame Behandlungsmethoden und Vorbeugung ermöglichen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs, oder Pankreaskarzinom, ist ein sehr bösartiger Tumor. Im Durchschnitt erkranken daran zwölf von 100.000 der mehr als 50 Jahre alten Menschen. Nur jeder zwölfte Erkrankte lebt fünf Jahre nach der Diagnose noch. Fatal ist, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs oft zu spät erkannt wird. Der Krebs ist dann schon so weit fortgeschritten, dass die gängigen Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ansprechen. Experten gehen davon aus, dass die Überlebenschance um das Fünffache steigen könnte, wenn der Krebs früher entdeckt würde.

Forschungsverbund META-PAC

Der Forschungsverbund nennt sich META-PAC. Er ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme "Innovationen für die individualisierte Medizin". Ihr Ziel: neue diagnostische und therapeutische Verfahren. Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten dafür in fachübergreifenden Verbünden eng zusammen.

Genau hier setzt das Projekt an. Es baut auf einer Bevölkerungsstudie auf, die bereits erfolgreich abgeschlossen wurde. Demnach sind  Menschen mit einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse und mehr als 50 Jahre alte Menschen mit einem frisch diagnostizierten Diabetes besonders gefährdet, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Bei diesen Personen weisen bestimmte Stoffwechselprodukte auf die Krebsgefahr hin. Mittels einer Blutprobe können diese Stoffwechselprodukte erkannt und ihre Menge kann bestimmt werden. So entsteht für jede Patientin und jeden Patient eine sichere Diagnose.

Das Besondere an dem Projekt: Universitätsmedizin und pharmazeutische Industrie arbeiten Hand in Hand. Diese Partnerschaft ermöglicht es, dass das Testverfahren auf zwei Ebenen weiterentwickelt werden kann. Zum einen kann untersucht werden, inwieweit das Verfahren den bereits existierenden diagnostischen Tests überlegen ist. Und gleichzeitig kann es so optimiert werden, dass es in Zukunft zuverlässig in der klinischen Praxis angewandt werden kann.

Der Forschungsverbund ist ein Beispiel für erfolgreiche translationale Gesundheitsforschung: Die Forschungsergebnisse fließen direkt in medizinische Behandlungsmethoden ein und helfen den Menschen.

Individualisierte Medizin

Die individualisierte Medizin berücksichtigt unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungsgruppen. So brauchen Kinder und Jugendliche andere Therapieverfahren als erwachsene oder alte Menschen; Frauen und Männer reagieren verschieden auf manche Arzneimittel und mehrfach erkrankte Menschen bedürfen individuell angepasster Behandlungsverfahren.