Neues deutsch-polnisches Förderprogramm für exzellenten Forschernachwuchs

Mit einem neuen Förderprogramm wollen Deutschland und Polen ihre Zusammenarbeit bei Wissenschaft und Forschung vertiefen und wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.

Neues deutsch-polnisches Förderprogramm für exzellenten Forschernachwuchs
Volker Rieke (links) vom Bundesforschungsministerium überreicht Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, die Förderurkunde. Die MPG möchte Exzellenzzentren in Polen aufbauen und damit den Forschernachwuchs stärken. © M. Niewdana (NCN)

Deutschland und Polen arbeiten in der Wissenschaft seit Jahren eng zusammen – derzeit in mehr als 1300 Projekten zwischen deutschen und polnischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Damit diese Zusammenarbeit auch in Zukunft eine Erfolgsgeschichte bleibt, haben sich beide Länder am 4. Juli in Krakau auf ein gemeinsames Programm zum Aufbau von Exzellenzzentren geeinigt. Dabei sollen polnische und deutsche Forschungseinrichtungen stärker vernetzt werden. Das Bundesforschungsministerium stellt dafür bis zum Jahr 2021 4,5 Millionen Euro bereit.

Mit dem Fördergeld für das sogenannte „DIOSCURI-Programm“, das von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) entwickelt wurde, sollen in einer ersten Ausschreibungsrunde bis zu drei, anschließend schrittweise bis zu zehn neue wissenschaftliche Exzellenzzentren an polnischen Universitäten oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen entstehen. 300.000 Euro pro Jahr stehen für jedes dieser Zentren bereit – das Bundesforschungsministerium und die polnische Regierung teilen sich die Kosten.

Ein weiterer Schwerpunkt des deutsch-polnischen Programms ist die Nachwuchsförderung: An den neuen Zentren sollen herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler beider Länder gemeinsam forschen – gefördert durch Stipendien. Die MPG betreut die Auswahl und die Betreuung der Stipendiaten sowie den Aufbau der Exzellenszentren...

Ziel des Programms ist es, die Spitzenforschung in Mittel- und Osteuropa zu stärken. Nach der Pilotphase in Polen soll das Programm auf weitere Länder der sogenannten EU13-Staaten – Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern – ausgeweitet werden, um diese besser in die Forschungs- und Innovationslandschaft der Europäischen Union einzubinden.

DIOSCURI

„Ausgestaltung eines Förderprogramms für exzellente Wissenschaftler/innen in Polen bzw. Mittel- und Osteuropa (DIOSCURI)“ ist ein wettbewerbliches, personenzentriertes Förderprogramm für herausragende Forscherinnen und Forscher in Polen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die bessere Einbindung der EU13-Staaten in die Forschungs- und Innovationslandschaft der EU neben DIOSCURI mit dem Programm „Internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung, Region Mittelost- und Südosteuropa“ (MOEL/SOEL) und dem Stipendienprogramm „ERA Fellowships“ sowie dem Programm „Vernetzung von Forschungsstrukturen“.