Neues Wissen für den Klimaschutz

Erfolgreiche Klimapolitik braucht Wissen über wirksame und sozial verträgliche Maßnahmen für Klimaschutz und Anpassung. Das BMBF trägt durch gezielte Forschungsförderung wesentlich zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens bei.

Das BMBF trägt Klimawissen in die Praxis, wo es gebraucht wird: in die Politik von Bund, Ländern und Kommunen, in Wirtschaftsunternehmen, Verbände und weitere Initiativen und Organisationen der Zivilgesellschaft.

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Das BMBF stellt auf der Weltklimakonferenz COP25 in Madrid die neuesten Forschungsergebnisse zum Klimawandel, zum Klimaschutz, und zu Anpassungsmaßnahmen vor. Die Konferenz findet unter dem Vorsitz von Chile vom 2. bis 13. Dezember 2019 in Madrid statt. Hier sollen die letzten offenen Punkte in dem Regelwerk zum Pariser Abkommen geklärt werden. Zudem soll der Prozess, in dem die Staaten ihre Klimaziele freiwillig erhöhen, starten. Der Grund: Im kommenden Jahr tritt das Klimaabkommen formell in Kraft und die jetzigen nationalen Klimaschutz-Verpflichtungen reichen bei Weitem noch nicht aus, um die Ziele zu erreichen. 

Wissenschaft zeigt steigende Risiken des Klimawandels

Die beiden kürzlich veröffentlichten Sonderberichte des Weltklimarates IPCC über Klimawandel und Landsysteme sowie über den Ozean und die Kryosphäre (Eisgebiete) liefern neue wissenschaftliche Belege für gravierende Folgen des Klimawandels in den Ozeanen und Landsystemen. Der IPCC unterstreicht damit einmal mehr die Notwendigkeit, dringend und entschlossen in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen zu handeln, um den Klimawandel abzumildern bzw. sich an seine Auswirkungen anzupassen.

Diese Aussagen des IPCC werden auch auf dem Klimagipfel in Madrid diskutiert. Die Berichte zeigen, wie sehr sich der Klimawandel auf Ozeane, Eisgebiete und Landsysteme auswirkt und wie komplex die Wechselwirkungen sind.

Schon heute sind die Weltmeere als Lebensräume und Nahrungsquellen bedroht, die Eisgebiete auch in ihrer Existenz. Dürreregionen weiten sich aus, Waldbrände nehmen zu, Klimazonen verschieben sich im Wasser und zu Lande in Richtung Norden und bergaufwärts; Viele ohnehin schon belastete Ökosysteme stoßen an Grenzen der Anpassung. Mit einer weiteren Erwärmung sind zunehmend negative Auswirkungen des Klimawandels auf Biodiversität, Ernährungssicherheit und Wasserversorgung zu erwarten. Der Klimawandel bedroht unsere Existenzgrundlagen und unser Wohlergehen.

Insbesondere die Land- und Forstwirtschaft sowie das globalen Ernährungssystem tragen erheblich zum Klimawandel bei, sie sind Ursache für knapp die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen. Andererseits mildern Landbiosphäre und die Ozeane den Klimawandel ab, indem sie jeweils etwa 30 Prozent der menschengemachten CO2-Emissionen binden. Der Ozean nimmt außerdem mehr als 90 % der zusätzlichen Wärme durch den menschengemachten Treibhauseffekt auf.

Die IPCC Berichte zeigen aber auch, dass es wirksame Maßnahmen gibt, die gleichzeitig den Klimawandel mindern und seinen Folgen entgegenwirken. Dazu gehören nachhaltiges Land- und Forstmanagement sowie Maßnahmen im Ernährungssystem, z. B. die Verringerung von Nahrungsmittelverschwendung und weniger ressourcenintensive Ernährungsweisen. Laut IPCC bringen schnelle und entschlossene Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen kurzfristig soziale und wirtschaftliche Vorteile und bieten langfristig Chancen für eine klimaresiliente und nachhaltige Entwicklung.

Wissen für Entscheidungen

Die Forschung über den Klimawandel wird uns helfen, noch besser zu verstehen, welche Prozesse im Klimasystem wirken und wie man den Gefahren am besten entgegentreten kann.

Das Bundesforschungsministerium fördert zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte, um – erstens – die Wissenslücken über die physikalischen Vorgänge zu schließen – und zweitens um genauere Risikoabschätzungen vorzunehmen. Drittens zielt unsere Forschungsförderung darauf ab, gangbare Wege zu einem wirtschaftlichen und sozial verträglichen Klimaschutz aufzuzeigen. Denn die derzeitigen Anstrengungen im Klimaschutz reichen noch nicht aus, um die internationalen Ziele zu erreichen.

Klimaschutzprogramm 2030

Das BMBF unterstützt die deutsche Klimapolitik mit 14 Forschungsmaßnahmen für technologische und soziale Innovationen, die im Klimaschutzprogramm 2030 zusammengeführt wurden. Hierzu zählen:

  • die Erforschung von grünem Wasserstoff als klimafreundlichem Energieträger
  • das Programm KMU-innovativ, mit dem bei Energieeffizienz und Klimaschutz auf die Innovationskraft des Mittelstandes gesetzt wird
  • Forschung zu Green-ICT, um den Energieverbrauch in der Informationstechnologie zu senken
  • der Aufbau eines einzigartigen Innovationssystems entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die Batterieforschung
  • weitere Maßnahmen, die in den Bereichen Landwirtschaft und Bioökonomie, Energiewende und synthetische Kraftstoffe, nachhaltige Mobilität, Finanzwirtschaft und Bildung für Nachhaltigkeit vorgesehen sind.

Klimawissen in die Praxis

Das BMBF trägt Klimawissen in die Praxis, wo es gebraucht wird: in die Politik von Bund, Ländern und Kommunen, in Wirtschaftsunternehmen, Verbände und weitere Initiativen und Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich auf unterschiedliche Weise für den Klimaschutz einsetzen.

Und eben auch bei den Klimagipfeln: Bei der COP25 wird das BMBF neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft für faktenbasierte Klimapolitik präsentieren.

Wissenschaftskommunikation wird einen größeren Platz in der Förderpolitik des BMBF einnehmen. Wir unterstützen den bereits begonnenen Kulturwandel hin zu einer kommunizierenden Wissenschaft. Weitere Informationen können Sie unserem Grundsatzpapier des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Wissenschaftskommunikation entnehmen.