Niederlande

Das Königreich der Niederlande gehört zu den Innovationsführern in Europa und ist seit langem ein zuverlässiger Partner Deutschlands in der bilateralen und gemeinsamen europäischen Forschung.

Besonders in der Grenzregion bestehen hervorragende Vernetzungen zwischen Hochschulen, Unternehmen und auf politischer Ebene. Zu Fragen von Bildung, Forschung und Innovation  besteht ein intensiver regelmäßiger Austausch zwischen den Ministerien sowie in Regierungskonsultationen, die zuletzt 2016 in Eindhoven stattfanden.

Durch diese Abstimmungen und gemeinsame Veranstaltungen, wie das erste deutsch-niederländische Wissenschafts- und Innovationsforum im Februar 2017 in Nijmegen, sind Deutschland und die Niederlande bestrebt, den Austausch zwischen Hochschulen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen in beiden Ländern weiter zu vertiefen, grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten zu stärken und damit auch den europäischen Forschungsraum zu gestalten.

Zusammenarbeit in Forschung und Innovation

In den Fachprogrammen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurden seit 2011 über 250 gemeinsame Projekte deutscher und niederländischer Partner gefördert. Fachliche Schwerpunkte liegen in der Gesundheitsforschung und Gesundheitswirtschaft sowie im Themenfeld den Informations- und Kommunikationstechnologien.

In den Wettbewerbsrunden zur "Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ konnten sich regelmäßig Cluster mit niederländischer Beteiligung erfolgreich positionieren und deutsch-niederländische Kooperationen, insbesondere in den Bereichen Bioökonomie, Pharmazie, Chemie sowie Nachhaltiges Wirtschaften und Energie, geschaffen werden.

Eingespielte grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Eine intensive deutsch-niederländische Zusammenarbeit findet in regionalen Netzwerken der Grenzregion zwischen deutschen Hochschulen und Unternehmen mit niederländischen Partnern statt. Die Europaregionen (Euregio Ems-Dollard-Region, Euregio Rhein-Waal, Euregio Rhein-Maas-Nord und Euregio Maas-Rhein) spielen im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden eine zentrale Rolle bei der Verwaltung der EU-Fördergelder aus dem INTERREG-Programm. Schwerpunkte sind die drei Themenfelder Wirtschaft, Technologie und Innovation, nachhaltige regionale Entwicklung sowie Integration und Gesellschaft. Ausdruck für die gute Zusammenarbeit im Grenzgebiet ist eine wachsende Zahl an Technologienetzwerken in Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Hochschulen und anderen Einrichtungen. Im deutsch-niederländischen-belgischen Dreiländereck hat sich beispielsweise das Netzwerk „Top Technology Region - Eindhoven/ Leuven/ Aachen technology triangle“ etabliert.

Aktive Partner in den EU-Programmen

In den EU-Programmen ist Deutschland der wichtigste Partner der Niederlande. So beteiligen sich im laufenden Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union „Horizont 2020“  über 2.000 deutsche Partner in mehr als 1.600 gemeinsamen Forschungsprojekten mit niederländischen Institutionen. Im Fokus stehen hier „Marie Sklodowska Curie“-Maßnahmen zur Unterstützung der Mobilität von Forschenden und die Themenbereiche Informations- und Kommunikationstechnologie und Gesundheitsforschung.

Daneben sind die Niederlande der wichtigste Partner deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Rahmen der EUREKA-Initiative zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit sind die Niederlande gleichfalls der wichtigste Partner für deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Auch in Eurostars 2, dem gemeinsamen Förderprogramm von EUREKA und der Europäischen Kommission, arbeiten deutsche Beteiligte an erster Stelle mit Partnern aus den Niederlanden zusammen.

Im „Europäischen Strategieforum für Forschungsinfrastruktur“ (ESFRI) setzen sich Deutschland und die Niederlande gemeinsam für einen kohärenten und strategieorientierten Ansatz für die Politikgestaltung in Forschungsinfrastrukturen in Europa ein.

Die nationale Wissenschaftsagenda und der Spitzensektoren-Ansatz der Niederlande

Bis zum 1. Mai 2015 waren alle Niederländer aufgerufen, sich in das neue Forschungs- und Innovationsprogramm der Niederlande einzubringen und Fragestellungen für die zukünftige Ausrichtung der Wissenschaft formulieren. Das aus rund 12.000 Beiträgen erwachsene Resultat ist das im November 2015 vorgelegte neue Forschungs- und Innovationsprogramm: die „Nationale Wetenschapsagenda“. Sie bündelt in 140 Leitfragen für die zukünftige akademische Forschung, für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen und für eine optimale wirtschaftliche Nutzung und bildet gemeinsam mit dem Spitzensektoren Ansatz einen nationalen Rahmen auf dem Gebiet der Wissenschafts- und Innovationspolitik.

Mit dem Spitzensektoren-Ansatz konzentriert die niederländische Politik ihre Unterstützung auf Initiativen, Kooperationen und Verbünde den prioritären Themenfeldern Lebenswissenschaften, Hightech-Systeme, Chemie, Ernährung/Lebensmittel (Agro-Food), Energie, Logistik, Wasser, Kreative Industrien/ Kreativwirtschaft sowie Gartenbau/Pflanzenbau und fördert hier insbesondere die Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen.