OECD würdigt duale Prinzipien der Berufsbildung

Deutschlandbericht der Studie „Skills beyond School“ / Quennet-Thielen: „Duale Ausbildung ist hervorragende Vorbereitung für das Berufsleben“

In einer neuen Studie hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das duale Berufsbildungssystem in Deutschland gelobt. Der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben verlaufe in Deutschland „bemerkenswert reibungslos“, heißt es im neuen Deutschlandbericht der Studie „Skills beyond School“. Über 90 Prozent der 15- bis 24-Jährigen hätten 2008 nach Abschluss der Schule eine Beschäftigung gefunden oder ihre Bildungslaufbahn fortsetzen können. Dies sei ein im internationalen Vergleich hoher Prozentsatz.

Die Studie wurde heute auf einer Fachkonferenz im Rahmen der Berufe-WM „World Skills 2013“ in Leipzig vorgestellt und beleuchtet in den teilnehmenden Ländern die Weiterbildungsmöglichkeiten im Anschluss an eine Erstausbildung. In Auftrag gegeben wurde der Deutschlandbericht von Kultusministerkonferenz und BMBF.

„Berufsbildung ist zu einem weltweit anerkannten Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und hohe Beschäftigungsquoten geworden", sagte die Staatssekretärin im BMBF, Cornelia Quennet-Thielen. „In vielen Ländern und in vielen Analysen stand die berufliche Bildung lange im Schatten der Hochschulbildung. Zuweilen wurde und wird eine Akademisierung der Berufswelt als Königsweg für mehr Qualifikation und Beschäftigung angesehen. In letzter Zeit aber ist deutlich geworden: Nicht die höchstmögliche Qualifikation ist der Schlüssel, sondern die richtige Qualifikation. Berufliche Bildung nach dem dualen Prinzip wie sie traditionell in Deutschland erfolgt, hat sich in dieser Hinsicht bewährt. Sie belegt, dass die Verbindung von praktischem und theoretischem Lernen eine hervorragende Vorbereitung für das Berufsleben ist. Ein Beleg hierfür ist die im internationalen Vergleich sehr niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland.“

In der Studie hebt die OECD hervor, dass das gut ausgebaute Berufsausbildungssystem mit einer relativ geringen Abbrecherquote es jungen Menschen gestatte, gut vorbereitet in den Arbeitsmarkt einzutreten und Arbeitsplätze zu finden, die ihrer Ausbildung und ihrem Qualifikationsniveau entsprechen. Gelobt wird von der OECD auch, dass in Deutschland die Sozialpartner in das duale System „bemerkenswert gut eingebunden“ seien.

Anerkannt werden ausdrücklich auch die Reformen der letzten Jahre zur Verbesserung der Wege und Möglichkeiten von beruflich Qualifizierten zur Aufnahme eines Hochschulstudiums. Angesichts der bisher noch nicht ausreichenden Beteiligung an diesen Möglichkeiten empfiehlt die OECD, in diesem Bereich weiter am Abbau der entsprechenden Hindernisse zu arbeiten. Dies erfolgt bereits etwa über die vom BMBF geförderte Initiative ANKOM III, in deren Rahmen an 20 Hochschulen unterschiedliche Maßnahmen für das Studium von beruflich Qualifizierten finanziert werden.

Das BMBF begrüßt den wachsenden Stellenwert, den die berufliche Bildung bei der OECD innehat, und wird auch künftig die mit diesem internationalen Austausch verbundenen Chancen nutzen.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.oecd.org/berlin/presse/berufsbildung-deutschland.htm