Ohne Energie kein Wasser – ohne Wasser keine Energie

Weltwassertag 2014: Bund startet neues Forschungsprogramm / Wanka: „Wir wollen eine Wasserwirtschaft, die deutlich weniger Strom verbraucht“

Die Bewirtschaftung der für den Menschen lebenswichtigen Ressource Wasser erfordert eine erhebliche Menge an Energie. Allein die in Deutschland vorhandenen Anlagen für die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserbehandlung verbrauchen zusammen 6,6 TWh elektrische Energie pro Jahr. Das entspricht dem jährlichen Strombedarf von etwa 1,6 Millionen Vier-Personen-Haushalten. Dabei sind die Kläranlagen mit 4,2 TWh pro Jahr die größten Stromverbraucher im kommunalen Bereich und haben einen höheren Strombedarf als beispielsweise Schulen oder die Straßenbeleuchtung.

„Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, müssen wir die Einsparpotentiale in der Wasserbewirtschaftung heben. Wir erforschen daher, wie der hier benötigte Stromverbrauch durch Energiesparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen reduziert werden kann“, sagte Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung anlässlich des Weltwassertages, der seit 1993 jährlich am 22. März von den Vereinten Nationen veranstaltet wird und in diesem Jahr unter dem Motto „Wasser und Energie“ steht. Laut der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bestehen Energieeinsparpotentiale in der Wasserbewirtschaftung von bis zu 25 Prozent.

Das neue Förderprogramm „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine energieeffiziente und ressourcenschonende Wasserwirtschaft – ERWAS“ wird vom BMBF mit 27 Millionen Euro gefördert. In den jetzt startenden zwölf Verbundprojekten wird zum Beispiel untersucht, wie Kläranlagen in Zukunft mit Hilfe neuer Technologien und Verfahren energieneutral betrieben werden oder sogar Energie erzeugen können. Dadurch wird es unter anderem möglich, dass die Anlagen der Wasserwirtschaft eine Pufferfunktion übernehmen, wenn die Energieversorgung in Deutschland zukünftig stärker aus Wind- und Sonnenenergie, also dynamischer erfolgt. In Spitzenzeiten können sie dann überschüssige Energie abnehmen, bei geringem Angebot hingegen Energie einspeisen. Im Rahmen der Fördermaßnahme wird auch erforscht, wie die in wasserwirtschaftlichen Anlagen eingesparte Energie zur Entfernung von Schadstoffen aus dem Wasser genutzt werden kann.

Um die Anwendung der Forschungsergebnisse in die Praxis zu gewährleisten und die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an den Bedürfnissen der Anwender auszurichten, arbeiten in allen Verbundprojekten Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft sowie von Kommunen und Ländern eng zusammen und werden durch ein Begleitprojekt unter Leitung der DWA unterstützt.

Das neue Forschungsprogramm greift zudem ein Thema auf, das nicht auf Deutschland beschränkt ist. Weltweit werden beispielsweise rund 8 Prozent des Verbrauches elektrischer Energie für die Förderung, Behandlung und den Transport von Wasser benötigt. „Unsere Forschung hilft, neue Impulse für einen nachhaltigeren Umgang mit Wasser und Energie zu geben. Die Versorgung mit Wasser in ausreichender Menge und Qualität sowie eine sichere Abwasserentsorgung zählen zu den menschlichen Grundbedürfnissen weltweit“, sagt Wanka.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.fona.de/de/9847 und
http://www.unwater.org/worldwaterday