Orte und Freiräume für Forschung

Die Förderung des Bundesforschungsministeriums zielt darauf ab, der geisteswissenschaftlichen Spitzenforschung Orte und Freiräume zu schaffen. Es stärkt die Forschung in neuen, nicht all­täglichen Zusammenhängen – in Deutschland und der Welt.

Die Geistes- und Sozialwissenschaften können mit ihrem reichen Wissensfundus dazu beitragen, unsere Vergangenheit und Gegenwart besser zu verstehen. © thinkstock

Das Bundesforschungsministerium fördert zehn Käte Hamburger Kollegs sowie die Geistes­wissenschaftlichen Zentren in Berlin und Leipzig. Diese Institutionen ermöglichen geisteswissenschaftliche Forschung auf Weltniveau und besitzen eine hohe Anziehungskraft für herausragende Forscherinnen und Forscher.

Käte Hamburger Kollegs: Orte freier Forschung

Bun­desweit wurden mithilfe der Förderung des Bundesforschungsministeriums seit 2007 insgesamt zehn Kollegs an deutschen Universitäten eingerichtet. Die Kollegs tragen maßgeblich zur Weiterentwicklung der internationalen Strukturen für geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung sowie zu deren Vernet­zung bei. Insbesondere vertiefen sie die für Deutsch­land wichtigen Beziehungen zu Forschungszentren, Universitäten und Akademien in Europa und weltweit.

Die Käte Hamburger Kollegs haben sich in ihren Themengebieten sehr schnell als überaus attraktive Orte freier Forschung mit einer hohen Anziehungskraft für die internationale Forschergemeinschaft etabliert. Die BMBF-Förderung der Kollegs beläuft sich auf sechs Jahre und kann nach positiver Evaluation verlängert werden.

Geisteswissenschaftliche Zentren in Berlin und Leipzig

Exzellente Forschung mit internationaler Strahl­kraft fördert das Bundesforschungsministerium auch mit den Geisteswissen­schaftlichen Zentren in Berlin und Leipzig. An den vier Zentren arbeiten vor allem Nachwuchswissenschaftle­rinnen und  -wissenschaftler zu den Themen Sprache (Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft), Kultur- und Literaturwissenschaften (Zentrum für Litera­tur- und Kulturforschung), osteuropäische Kulturen und Geschichte (Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas) und isla­misch geprägte Gesellschaften (Zentrum Moderner Orient).

Internationale geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungskollegs im Ausland: Die Maria Sibylla Merian Centres

Mit den Internationalen Forschungskollegs "Maria Sibylla Merian Centres" will das BMBF die Internationalisierung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Deutschland durch enge bi- und multilaterale Kooperationsprojekte an Standorten außerhalb Deutschlands voranzubringen. Hierzu sollen in wissenschaftlich und wissenschaftspolitisch wichtigen Regionen und Partnerländern in Asien, Lateinamerika und Afrika Kollegs entstehen, an denen eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und dem Gastland gemein­schaftlich zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen forscht und dazu regelmäßig Fellows einlädt. Die Kollegs werden in Partnerschaften mit deutschen Wissenschaftseinrichtungen aufgebaut und betrieben. Ein erstes Forschungskolleg dieser Art wird derzeit in Indien vorbereitet. Auswahlwettbewerbe für Lateinamerika und Subsahara-Afrika laufen bereits. Dort werden ab 2017/2018 zwei weitere Kollegs aufgebaut.

Kleine Fächer – Große Potenziale

Kleine Fächer leisten im Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften einen besonderen Beitrag und sind ein wichtiger Bestandteil des vielfältigen universitären Fächerspektrums in Deutschland. Gerade Kleine Fächer können in einem hohen Maße zur Profil- und Strukturbildung einer Universität beitragen. Sie besitzen besondere Kompetenzen in der interdisziplinären Zusammenarbeit und fördern mit ihren weltweiten Partnerschaften die internationale Vernetzung der deutschen Universitäten. Kleine Fächer gewährleisten durch ihre Vielfalt die Flexibilität des wissenschaftlichen Systems für wechselnde und unerwartete geopolitische und technologische Herausforderungen und ermöglichen es, auf neue politisch und wirtschaftlich relevante Entwicklungen zu reagieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kleinen Fächern operieren dabei auf modernen Grundlagen und bilden zeitliche und gesellschaftliche Wissensbrücken aus. Ihre Forschung sichert die Kenntnis der Vergangenheit und bildet einen wichtigen Grundstein für die Forschung zu globalen Herausforderungen der Moderne.

Damit die Vielfalt und Diversität dieser wichtigen Gruppe der Fächer gestärkt wird, fördert das Bundesforschungsministerium in den nächsten drei Jahren jährlich bis zu 10 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit ihren innovativen Forschungsideen.