Ostdeutsche Forschungszentren unterwegs an die Spitze

Weitere Förderung soll Forschungszentren in internationaler Wettbewerbsfähigkeit stärken / Wanka: „Magnet für junge Forscher“

Spitzenforschung in den ostdeutschen Ländern ist besonders da international wettbewerbsfähig, wo sich Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaft zusammentun. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut mit dem Programm „Zentren für Innovationskompetenz“ (ZIK) ganz gezielt herausragende Forschungsansätze an Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den Neuen Ländern zu renommierten Zentren aus. Um den besten Zentren die Chance zu geben, sich dauerhaft an der Spitze der internationalen Forschung zu etablieren, fördert das BMBF acht interdisziplinäre Zentren in Dresden, Freiberg, Greifswald, Jena, Halle und Potsdam jetzt für weitere fünf Jahre. Die Themen der Zentren reichen von der Photonik über die Medizinforschung bis zur Biotechnologie.

„Die acht Zentren für Innovationskompetenz haben in den vergangenen Jahren zu den weltweit leistungsstärksten Forschungseinrichtungen aufschließen können“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Mit ihrer wissenschaftlichen Exzellenz und ihren hochmodernen Strukturen prägen die Zentren das Profil ihrer Hochschulen und Forschungseinrichtungen und ziehen herausragende junge Forscherinnen und Forscher an.“

In den Zentren haben sich Hochschulinstitute, außeruniversitäre Forschungsorganisationen wie etwa die Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft und Unternehmen in einer Region zusammengeschlossen, die sich schon in ihrer Grundlagenforschung an zukünftigen Hochtechnologiemärkten orientieren und die Basis schaffen für erfolgreiche Verfahren und Technologien. Eine besondere Rolle dabei spielt auch die Nachwuchsförderung.

Die acht Zentren wurden bereits in den vergangenen fünf Jahren vom BMBF gefördert und nutzten Anfang des Jahres die Chance, sich für eine zweite Förderrunde zu bewerben. Ein Gutachtergremium hat Zwischenbilanzen und Strategiekonzepte bewertet. „Jedes der acht Zentren für Innovationskompetenz hat sich zu einem Nukleus exzellenter Forschung entwickelt“, sagte der Jury-Vorsitzende Klaus von Dohnanyi, ehemals Bundeswissenschaftsminister und Erster Bürgermeister Hamburgs. „Gleichzeitig wirken die ZIK als Gravitationszentren über die Grenzen ihrer Institution, ihres Bundeslandes und Deutschlands hinaus und sind für exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt attraktiv.“ Das BMBF wird die Zentren nun für weitere fünf Jahre unterstützen und ihnen unter anderem mindestens je eine weitere Nachwuchsgruppe finanzieren.

Das ZIK in Potsdam („innoFSPEC“) etwa liegt in der Astrophotonik deutschlandweit, auf dem Gebiet der Photonendichtewellen-Spektroskopie sogar weltweit in führender Position. Diese Spektroskopie erlaubt es erstmals, chemische und biotechnologische Prozesse auch in hochgradig trüben Flüssigkeiten zu verfolgen. Dabei ist das Zentrum regional, national und international vernetzt und wurde von Beginn an auch vom Land Brandenburg unterstützt. Das ZIK in Dresden („B CUBE“) entwickelt auf Basis natürlicher Prozesse innovative Ingenieurskonzepte. Großen Wert wird dort auf die Qualifizierung und Lehre gelegt, sichtbar an der maßgeblichen Beteiligung des ZIK am Aufbau internationaler Masterstudiengänge oder der Bearbeitung vieler Masterarbeiten und Promotionen.

„Zentren für Innovationskompetenz: Exzellenz schaffen – Talente sichern“ ist ein Förderprogramm der BMBF-Innovationsinitiative Unternehmen Region. Insgesamt stehen für 18 ZIK aus zwei Programmrunden von 2002 bis 2020 mit der aktuellen Förderentscheidung fast 350 Millionen Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.unternehmen-region.de.