Pakt für Forschung und Innovation

Der Pakt für Forschung und Innovation stärkt die großen außeruniversitären Forschungsorganisationen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Der Pakt für Forschung und Innovation sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Deutschland

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Bund und Länder haben seit 2005 einen „Pakt für Forschung und Innovation“ (PFI) geschlossen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftssystems zu stärken. Er gilt für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die vier großen Organisationen der außeruniversitären Forschung: Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft. Die aktuelle Phase des Paktes läuft von 2016 bis 2020 (PFI III).

Neuer Pakt ab 2021

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs haben im Juni 2019 ein Paket von drei Bund-Länder-Vereinbarungen zur Stärkung des Wissenschafts- und Innovationstandortes Deutschland beschlossen, darunter die Fortsetzung des Pakts von 2021 bis 2030. Das Gesamtpaket stärkt Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen gleichermaßen. Es adressiert die wichtigsten Missionen: Studium und Lehre, Forschung und Transfer.

Pakt für Forschung und Innovation IV (2021 – 2030)

Der Pakt für Forschung wird in einer vierten Phase fortgesetzt. Erstmals läuft der Pakt über einen Zeitraum von zehn Jahren von 2021 bis 2030. In diesem Zeitraum sollen die Budgets jährlich um 3% steigen. Insgesamt werden in diesem Zeitraum rund 17 Mrd. Euro zusätzliche Mittel für die Forschung bereitgestellt. Bund und Länder tragen diesen Aufwuchs nach den vereinbarten Finanzierungsschlüsseln gemeinsam. Bei der im PFI III bis 2020 erreichten Grundfinanzierung kehren Bund und Länder ab 2024 bis 2030 sukzessive zu den vereinbarten Finanzierungsschlüsseln zurück. Mit dem Pakt erhalten die Wissenschaftsorganisationen eine beispiellose finanzielle Planungssicherheit.

Im Gegenzug haben Bund und Länder mit ihnen Zielvereinbarungen geschlossen, zunächst bis 2025. In den Zielvereinbarungen sind organisationsspezifische Ziele und Maßnahmen zu den großen forschungspolitischen Zielen des Paktes festgelegt:

  • Dynamische Entwicklung fördern
  • Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft stärken
  • Vernetzung vertiefen
  • Die besten Köpfe gewinnen und halten
  • Infrastrukturen für die Forschung stärken

Die Wissenschaftsorganisationen werden der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz die Erreichung der Ziele nachvollziehbar und anhand vorgegebener Indikatoren jährlich darlegen. Bund und Länder werden die Fortschritte der Organisationen anhand der in den Zielvereinbarungen gesetzten Zielmarken und internationaler Benchmarks bewerten und in einem Monitoring-Bericht zusammenfassen. Der Monitoring-Bericht wird in der GWK verabschiedet und dem Haushaltsausschuss des deutschen Bundestages vorgelegt.

Mit dem PFI III verpflichten sich die Wissenschaftsorganisationen auf forschungspolitische Ziele, deren Umsetzung sie selbst ausgestalten. Dies ist verbunden mit einem jährlichen Monitoring-Bericht. Durch Kennzahlen in vielen Bereichen wird darin der Erfolg der Organisationen bei der Zielerreichung transparent gemacht.

Jährlich 3 Prozent mehr

Im Gegenzug erhalten die Wissenschaftsorganisationen finanzielle Planungssicherheit durch einen regelmäßigen Budgetzuwachs von aktuell 3 Prozent pro Jahr. In den Jahren 2016 bis 2020 trägt der Bund diesen Aufwuchs allein. Insgesamt werden in diesem Zeitraum 3,9 Milliarden Euro zusätzliche Mittel für die Forschung bereitgestellt.

Mit dem Pakt für Forschung und Innovation stärken Bund und Länder auf Basis klarer Rahmenbedingungen und Ziele die Eigenverantwortung der Wissenschaft.

Ziele des Pakts für Forschung und Innovation (2016-2020)

• das Wissenschaftssystem dynamisch entwickeln
 • die Vernetzung im Wissenschaftssystem stärken
 • die internationale Zusammenarbeit vertiefen
 • den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft stärken
 • die besten Köpfe für die Wissenschaft gewinnen
 • chancengerechte und familienfreundliche Strukturen und Prozesse gewährleisten

Große Dynamik und Leistungssteigerung

Der Pakt für Forschung und Innovation hat viele Erfolge vorzuweisen. Im deutschen Wissenschaftssystem hat er viel bewegt. Zusammen mit dem Hochschulpakt, der Exzellenzinitiative und der anlaufenden Exzellenzstrategie trägt er zu einer großen Dynamik und Leistungssteigerung bei.

Zentrale wissenschaftliche Partner der Forschungsorganisationen sind die Hochschulen. Dabei bilden gemeinsame Berufungen auf Professuren eine direkte personelle Verbindung zwischen den Einrichtungen. Die erfolgreiche Kooperation wird unter anderem in der hohen Anzahl gemeinsamer wissenschaftlicher Veröffentlichungen sichtbar.

Stark im internationalen Wettbewerb

Die Forschungsorganisationen haben ihre internationale Vernetzung und die starke Position im internationalen Wettbewerb ausgebaut. Zu der Einwerbung von Forschungsförderungen durch das große europäische Programm „Horizont 2020“ tragen sie überproportional bei. Bei herausragenden Forschungsprojekten, die durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert werden, gewinnen die Organisationen knapp ein Drittel aller nach Deutschland vergebenen Förderungen.

Rund 820 Millionen Euro Drittmittel aus der Wirtschaft

Die Kooperation von Forschungseinrichtungen mit der Wirtschaft ist eine wichtige Triebkraft für das Wissenschaftssystem. Die außeruniversitäre Forschung engagiert sich stark bei der Verwertung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse. Allein im Jahr 2018 wurden rund 820 Millionen Euro Drittmittel aus der Wirtschaft eingeworben. Auch über Ausgründungen von Start-Ups gelingt die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue Dienstleistungen und Produkte. Zwischen 2006 und 2018 gab es über 5500 Ausgründungen aus den Forschungsorganisationen, davon 64 alleine in 2018.

Mehr Nachwuchsförderung

Die Forschungsorganisationen betreuen – zusammen mit Universitäten – eine wachsende Zahl von Doktoranden und leisten so einen Beitrag zu Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ihre Maßnahmen zur Nachwuchsförderung stark ausgebaut: Sie förderte in 2018 für rund 311 Mio. Euro Forschungsprojekte des wissenschaftlichen Nachwuchs.

Weibliches Spitzenpersonal fördern

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wissenschaft steigt langsam aber kontinuierlich. Um diesen positiven Trend zu erreichen, haben die Organisationen intensive Anstrengungen unternommen und Programme und Unterstützungsmaßnahmen geschaffen. Damit rekrutieren sie aktiv weibliches Spitzenpersonal fördern gezielt den weiblichen Nachwuchs und verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Forschung.