Partizipatives Agendasetting

Um den Austausch zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu stärken, fördert das BMBF Formate des partizipativen Agendasettings. Das heißt: Die Expertise von Bürgerinnen und Bürgern wird genutzt, um Forschungsziele zu definieren. 

Woran wird geforscht? Welche Innovationen werden vorangetrieben? Welche Schwerpunkte werden gesetzt? Diese Fragen stehen am Anfang eines jeden Forschungsvorhabens. Die Stimme und die Expertise von Bürgerinnen und Bürgern sind bei vielen Themen ein zentraler Baustein für das Gelingen dieser Vorhaben.

Verfahren des partizipativen Agendasettings – also das Einbeziehen von Bürgerinnen und Bürgern in die Formulierung der Schwerpunkte von Forschungsprogrammen – verbinden Bürgerexpertise mit Forschungszielen.

Um diesen ertragreichen Austausch zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu stärken, fördert das BMBF Formate des partizipativen Agendasettings bei einer Vielzahl von Themenbereichen – von der Bioökonomie, über Fragen von Bildung zur nachhaltigen Entwicklung bis hin zu sozial-ökologischen Forschung.

Beteiligungsprozess zur Hightech-Strategie 2025

Die Hightech-Strategie 2025 (HTS) bildet das Dach der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik. Dadurch sollen die Innovationsdynamik in Deutschland erhöht und neue Lösungsansätze für drängende gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt werden. Der Beteiligungsprozess möchte neue Perspektiven aus der Gesellschaft in die Weiterentwicklung der Forschungs- und Innovationspolitik im Rahmen der Hightech-Strategie einbeziehen. Im Sommer 2020 fanden bundesweit sieben Regionaldialoge statt. Dabei haben traditionelle und neue Akteure aus Wissenschaft und Gesellschaft „ko-kreativ“ Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen ihrer Region entwickelt. In einem zweiten Schritt werden daraus Empfehlungen für die Bundesebene abgeleitet und mit dem Hightech-Forum sowie der Runde der Staatssekretäre diskutiert.

Der Beteiligungsprozess wird getragen von der Überzeugung, dass Innovationen mehr und mehr aus der Mitte der Gesellschaft entstehen. Zugleich ist es der Ort, in dem Wissen zur Wirkung gebracht wird.

Nationale Dekade gegen Krebs – Patientenbeteiligung in der Forschung

Starke Krebsforschung, schneller Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis, verbesserte Prävention und Früherkennung: Mit der Nationalen Dekade gegen Krebs möchte das Bundesforschungsministerium Kräfte im Kampf gegen Tumorerkrankungen bündeln. Ein wichtiges Ziel der Dekade ist es, die Beteiligung von Patientinnen und Patienten bei der Krebsforschung zu stärken. Dabei geht es nicht nur darum, Betroffene in klinischen Studien mitwirken zu lassen. Vielmehr sollen Betroffene in alle Phasen der Forschung – von der Formulierung der Fragestellung bis zur Verwertung der Forschungsergebnisse – eingebunden werden. Die Wünsche, Erfahrungen und Meinungen der Betroffenen sollen aufgenommen und im Forschungsprozess berücksichtigt werden. Weitere Informationen zur Patientenbeteiligung in der Forschung finden Sie hier.

Agendaprozess zur Weiterentwicklung der Bioökonomiestrategie

Zur Weiterentwicklung der Ziel der nationalen Bioökonomiestrategie hat das BMBF im Jahr 2018 einen Agendasettingprozess durchgeführt. Ziel war die Einbindung von für die Bioökonomie relevanter Stakeholder, um ihre Sichtweisen, Meinungen und Empfehlungen zur weiteren Ausgestaltung des Wandels zu einer Bioökonomie einzuholen und in die Entwicklung der neuen Bioökonomiestrategie einfließen zu lassen.

Nationale Plattform Bildung für Nachhaltige entwicklung (BNE)

Nachhaltigkeit gehört heute zu den unabdingbaren Voraussetzungen für eine gute Zukunft der Menschheit. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) leistet hierzu einen zentralen Beitrag. Um Nachhaltigkeit strukturell in allen Bildungsbereichen zu verankern, hat das BMBF einen partizipativen Multi-Stakeholder-Prozess zur Entwicklung und Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE aufgesetzt. Mehr als 300 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Politik, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft beteiligen sich in der Nationalen Plattform, sechs Fachforen und den zugehörigen Partnernetzwerken. Ein eigens eingerichtetes Jugendforum, bestehend aus 25 jungen Menschen im Alter von 16-23 Jahren, begleitet den Prozess. Bürgerinnen und Bürger bringen ihre Ideen über zahlreiche Veranstaltungen, wie den BNE-Agendakongress oder eine jährliche Jugendkonferenz, ein. Mehr Informationen zum BNE-Agendaprozess finden Sie hier.

Deutsch-französisches Zukunftswerk 

Das Deutsch-Französische Zukunftswerk ist ein prioritäres Vorhaben aus dem Vertrag von Aachen, der zwischen der deutschen und französischen Regierung vereinbart wurde. Mit dem Deutsch-Französischen Zukunftswerk soll die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft gefördert und beschleunigt werden. Dabei sollen Lehren aus den bereits stattfindenden gesellschaftlichen Veränderungsprozessen in beiden Ländern gezogen und Politikempfehlungen entwickelt werden. Zu diesem Zweck soll das Deutsch-Französische Zukunftswerk Experten, Interessensvertretern sowie Bürgerinnen und Bürgern als Plattform für den Austausch zu grundlegenden Fragen rund um die Themen Soziales, Umwelt, Technologie und Wirtschaft dienen. Die Stärke lokal erfolgreicher Initiativen mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern wird dabei besonders berücksichtigt werden.

Plattform Lernende Systeme

Die Plattform Lernende Systeme bringt führende Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Bereichen Lernende Systeme und Künstliche Intelligenz zusammen. In thematisch spezialisierten Arbeitsgruppen erörtern sie die Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen für die Entwicklung und den verantwortungsvollen Einsatz Lernender Systeme. Aus den Ergebnissen leiten sie Szenarien, Empfehlungen, Gestaltungsoptionen oder Roadmaps ab. 

Agenda-Prozess Sozial-ökologische Forschung

Bei der Festlegung von Themen für die zukünftige Förderung der gesellschaftsbezogenen Nachhaltigkeitsforschung wurden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis, aber auch interessierte Bürger, aktiv in mehreren Stufen einbezogen: 1. Fachgespräch mit Expert*innen zur Auswahl relevanter Themen und Erstellung entsprechender Themenpapiere, 2. Online-Konsultation zur breiten Diskussion der Themen und Ergänzung um neue Themen, 3. Agendakonferenz zur Diskussion der Vorschläge aus der Online-Konsultation, 4. Überarbeitung der Themenpapiere. Auf der Basis der Ergebnisse dieses Prozesses entscheidet das BMBF über konkrete Fördermaßnahmen der nächsten fünf Jahre. Mehr dazu lesen Sie hier.