Patienten optimal versorgen

BMBF stärkt Versorgungsforschung mit Aktionsplan / Wanka: "Stärken und Schwächen von Behandlungsmethoden erkennen"

Wie können Menschen mit Demenz zu Hause besser versorgt werden? Warum werden in Deutschland mehr Operationen an Hüften und Knien durchgeführt als in anderen europäischen Ländern? Was von dem, was der Arzt erklärt, verstehen die Patienten wirklich? Die Versorgungsforschung nimmt, wie kaum ein anderer Forschungsbereich, den medizinischen Alltag in den Blick. "Damit liefert diese Disziplin unmittelbare Anhaltspunkte für Verbesserungen, die den Patientinnen und Patienten zugute kommen. Unser Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung weiter zu verbessern, deshalb stärken wir die Versorgungsforschung durch einen Aktionsplan", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung trägt mit dem Aktionsplan dazu bei, die bedarfsorientierte Versorgungsforschung in Deutschland zu etablieren und diese mit bereits vorhandenen Fördermaßnahmen zu verknüpfen. Für den Aktionsplan stellt das Ministerium von 2015 bis 2018 insgesamt rund 50 Millionen Euro zur Verfügung. Er ist Teil des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Zusammen mit dem Aktionsplan wurde eine neue Förderbekanntmachung veröffentlicht. Diese Bekanntmachung stellt den Aufbau strukturfördernder Maßnahmen in der Versorgungsforschung in den Mittelpunkt. Dazu gehört die Einrichtung von regionalen Kooperationsnetzen und von Nachwuchsgruppen. Der Aktionsplan umfasst weitere förderpolitische Maßnahmen: die Strukturförderung in der Altersforschung und den Aufbau weiterer gesundheitsökonomischer Zentren.

Die Versorgungsforschung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, denn die Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten nimmt weiter zu: Neben neuen Arzneimitteln und dem technischen Fortschritt in der Medizin steigt auch die Bedeutung von Ergotherapie, Physiotherapie und Pflege – insbesondere bei chronischen Erkrankungen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist, welche medizinische, rehabilitative oder pflegerische Leistung  bei den Patienten zum Erfolg führt. Um dies begründet beurteilen zu können, sind intensive Forschungsanstrengungen unerlässlich.

"Deutschland hat bereits eine sehr gute Gesundheitsversorgung, die wir auch weiterhin gewährleisten wollen", sagte Wanka. "Deshalb müssen wir herausfinden, welche Maßnahmen tatsächlich wirkungsvoll sind, welche nicht zum Erfolg führen und an welcher Stelle Ressourcen möglicherweise nicht zielgerichtet eingesetzt werden. Dafür brauchen wir wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse." Analysen zur Über-, Unter- und Fehlversorgung sind ebenso notwendig wie die Erprobung neuer Versorgungskonzepte oder gesundheitsökonomische Studien.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.bmbf.de/de/16170.php