Pflanzen effizient und nachhaltig nutzen

Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium stärken Pflanzenforschung in Deutschland

Die Versorgung einer wachsenden Zahl an Menschen mit ausreichend Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Pflanzen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund bündeln das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ihre Förderinstrumente zu einer gemeinsamen Initiative in der Pflanzenforschung. Mit diesem Schulterschluss wollen die beiden Ministerien die Pflanzenforschung und –züchtung in Deutschland noch stärker unterstützen und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Spitzenposition der deutschen Pflanzenforschung erhalten und ausbauen. Insgesamt stellen das BMBF und das BMEL rund 64 Millionen Euro für die Förderinitiative bereit.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt setzt seinen Fokus auf innovative Forschung in der Pflanzenzüchtung und zur Erhaltung der Biodiversität: „Mein Ziel ist es, dass wir unsere natürlichen Ressourcen schonen und genauso effizient wie nachhaltig nutzen. Nur so können wir die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherstellen.“

Der Minister betonte, dass eine ressourcenschonende, qualitativ hochwertige pflanzliche Erzeugung von zentraler Bedeutung für die deutsche Landwirtschaft sei: „Unsere ökologische und konventionelle Landwirtschaft leistet einen wertvollen Beitrag, um der global zunehmenden Nachfrage nach gesunden Nahrungs- und Futtermitteln sowie nach schnell nachwachsenden Energie-Rohstoffen unter veränderten Umwelt- und Klimabedingungen gerecht zu werden. Dafür braucht sie ertragsstarke und -stabile Pflanzensorten, die sich gut an unterschiedliche Anbau- und Umweltbedingungen anpassen können, gleichzeitig aber einen verminderten Ressourcenbedarf aufweisen.“

Das BMBF wird in der Förderinitiative anwendungsnahe interdisziplinäre Verbundprojekte der Grundlagenforschung sowie die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses fördern. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte: „Getreide, das auch bei Trockenheit und auf mageren Böden gedeiht. Früchte, mit einem besonders hohen Gehalt an gesunden Stoffen. Pflanzen, die wertvolle Rohstoffe liefern. Die Beispiele zeigen, welchen wichtigen Beitrag die Pflanzenforschung leisten kann, um Herausforderungen wie den weltweit wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln oder den Klimawandel zu bewältigen. Deshalb ist es so wichtig, dass Pflanzenzüchter und Agrarwissenschaftler gemeinsam ihre Bemühungen steigern, um die Eigenschaften von Pflanzen zu verbessern und sicherzustellen, dass ihr Anbau umweltschonend ist und gleichzeitig gute Ernteerträge bringt.“

Im Rahmen der gemeinsamen Förderung sollen nun solche Züchtungsprojekte gefördert werden, die eine nachhaltige Pflanzennutzung gewährleisten, die also einerseits die Erträge sichern und andererseits natürliche Ressourcen schonen. In den vergangenen Jahren hat das BMBF beispielsweise das Projekt „Zielgerichtete Züchtung zur Ertragssteigerung bei Raps (PRE-YIELD-BREED)“ gefördert. Das Vorhaben hatte zum Ziel, die alte und neue genetische Diversität im Raps zu erschließen und somit Grundlagen für die Entwicklung von neuen ertragsreichen, resistenten und effizienten Raps-Sorten zu schaffen.

In einem weiteren Vorhaben, welches bereits von beiden Ministerien gefördert wird, geht es darum die Voraussetzungen zur nachhaltigen Nutzung von Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz) entlang der Wertschöpfungskette zu entwickeln. Ziel ist es den Löwenzahn als nachhaltige Ressource für die Gewinnung von Latex, Kautschuk und Inulin erschließen. Der gewonnene Kautschuk ist für die Verwendung in der Reifenherstellung geeignet und wird bereits in Prototypen getestet. Inulin findet Anwendung in der Lebensmittelindustrie, zum Beispiel als Stärkeersatz in Produkten für Diabetiker.

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