PISA - Programme for International Student Assessment

Die internationale Schulleistungsstudie PISA im Auftrag der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erfasst die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen beim Lesen, in der Mathematik und den Naturwissenschaften.

Naturwissenschaftliche Kompetenz ist neben Mathematik und Sprache einer der drei Teilbereiche der Studie. © Thinkstock

Die Anstrengungen von Bund und Ländern haben sich ausgezahlt: Die PISA-Studie aus dem Jahr 2012 hat gezeigt, dass die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler erstmals in allen Testbereichen deutlich über OECD-Durchschnitt liegen. Deutschland gehört zu den wenigen Staaten, die sich seit den ersten PISA-Erhebungen kontinuierlich verbessert haben.

Die Ergebnisse werden immer besser

  • Mathematische Kompetenz: Nach einer signifikanten Verbesserung des deutschen Durchschnittswertes um 13 Punkte zwischen 2000 und 2003 (von 490 auf 503 bei gleichbleibendem OECD-Mittelwert 500), wurde 2006 nur ein Punkt mehr erzielt (504, OECD-Mittelwert 498), 2009 aber 513 Punkte (OECD: 496), woraufhin 2012 nur eine Steigerung um einen weiteren Punkt auf 514 (bei einem weiter auf 494 Punkte gesunkenen OECD-Wert) erfolgte, sodass die Steigerung insgesamt deutlich ist.
  • Naturwissenschaftliche Kompetenz: Hier stieg der deutsche Durchschnittswert am deutlichsten, nämlich seit 2000 insgesamt um 37 auf insgesamt 524 Punkte und damit deutlich über den OECD-Mittelwert von jeweils rund 500 Punkten (2000: 487 Punkte, 2003: 502, 2006: 516; 2009: 520).
  • Lesekompetenz: Zwischen 2000 und 2012 sind für Deutschland geringe, aber stetige Verbesserungen zu beobachten. 2000 lag der deutsche Durchschnittswert bei 484 Punkten, 2003 bei 491, 2006 bei 495, 2009 bei 497 und 2012 bei 508 Punkten. Der OECD-Mittelwert ist in dieser Zeitspanne bei rund 496 Punkten stabil geblieben. Damit lag Deutschland 2000 signifikant unter dem Mittelwert und 2012 erstmals statistisch signifikant darüber.

Der PISA-Ansatz: Kompetenz statt Wissen

Die Testaufgaben der internationalen Vergleichsstudie PISA (Programme for International Student Assessment) orientieren sich nicht an spezifischen Lehrplänen, sondern an Kompetenzen, die wichtig sind, für den Lernprozess und den Wissenserwerb. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schülern werden unabhängig vom Schultyp getestet. PISA untersucht insbesondere, inwieweit es den unterschiedlichen Bildungssystemen in den Teilnehmerländern gelingt, jungen Menschen gerechte Chancen für Bildungserfolg zu geben, unabhängig von ihrer sozioökonomischen und soziokulturellen Herkunft.

Den PISA-Studien liegt ein differenziertes Konzept von Kompetenzen zu Grunde. Lesekompetenz heißt, mehr als Informationen aus Texten entnehmen zu können. PISA untersucht vor allem die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer Form zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können. Mathematische Kompetenz meint, ein Grundverständnis von Mathematik und ihrer Bedeutung in unserer kulturellen und technischen Welt zu haben. Naturwissenschaftliche Kompetenz beinhaltet, grundlegende naturwissenschaftliche Konzepte zu verstehen und mit naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen vertraut zu sein.

Entwickelt von einem internationalen Konsortium

Alle bisherigen PISA-Studien wurden im Auftrag der OECD von einem internationalen Konsortium unter der Führung des Australian Council for Educational Research (ACER) entworfen und durchgeführt. In der OECD ist Andreas Schleicher für PISA zuständig. Er ist Berater des Generalsekretärs für Bildungspolitik und Stellvertretender Direktor für Bildung und Qualifikationen. Auf nationaler Ebene wird die Studie von einem nationalen Projektmanager geleitet. Die beiden PISA-Studien 2012 und 2015 werden in Deutschland vom Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) durchgeführt (unter Beteiligung der School of Education der TUM, des DIPF und des IPN). Leiter des ZIB ist Manfred Prenzel von der TU München, der auch das nationale Projektmanagement für PISA 2012 und 2015 übernommen hat.

Die internationalen Kosten trägt das Bundesbildungsministerium. Sie betrugen für PISA 2012 rund 1,2 Millionen Euro. Die nationalen Kosten trägt die Ständige Konferenz der Kultusminister in der Bundesrepublik Deutschland. Sie betrugen rund 3 Millionen Euro.