PISA - internationale Schulleistungsstudie

Die internationale Schulleistungsstudie PISA im Auftrag der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erfasst die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen beim Lesen, in der Mathematik und den Naturwissenschaften.

Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften: PISA ist der weltweit größte Schulleistungsstest. An ihm nehmen mehr als achtzig Staaten teil. © Thinkstock

Seit dem Jahr 2000 wird alle drei Jahre  die PISA-Studie erstellt. Zuletzt wurde PISA 2015 im Dezember 2016 veröffentlicht, die nächste Erhebung, PISA 2018, soll im Dezember 2019 vorgestellt werden. Die Federführung liegt bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). PISA steht für "Programme for International Student Assessment".

Die Testaufgaben orientieren sich nicht an spezifischen Lehrplänen, sondern an Kompetenzen, die für den Lernprozess und den Wissenserwerb wichtig sind. An PISA nehmen in Deutschland rund 5500 Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse aller Schultypen teil. Getestet werden die Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sowie einer weiteren, jeweils wechselnden „innovativen Domäne“ wie z.B. „Prolemlösen“. Darüber hinaus füllen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern Fragebögen aus. Mithilfe der aus den Fragebögen gewonnen Informationen untersucht PISA beispielsweise, inwieweit es den unterschiedlichen Bildungssystemen in den Teilnehmerländern gelingt, jungen Menschen gerechte Chancen für Bildungserfolg zu geben – unabhängig von ihrer sozioökonomischen und soziokulturellen Herkunft.

Nach dem „PISA-Schock“ deutliche Verbesserung

Nach dem „PISA-Schock“ 2001 gehörte Deutschland zu den wenigen Staaten, sich kontinuierlich verbessert haben – wenngleich seit PISA 2012 die Ergebnisse stagnieren bzw. rückläufig sind. Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Kompetenzerwerb hat sich in Deutschland verringert, auch wenn er im Vergleich mit anderen Ländern noch hoch ist. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund haben insgesamt deutlich aufgeholt, wenn auch je nach Herkunftsregion in unterschiedlichem Maße.

Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften

Den PISA-Studien liegt ein differenziertes Konzept von Kompetenzen zu Grunde. Lesekompetenz heißt, mehr als Informationen aus Texten entnehmen zu können. PISA untersucht vor allem die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer Form zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können. Mathematische Kompetenz meint, ein Grundverständnis von Mathematik und ihrer Bedeutung in unserer kulturellen und technischen Welt zu haben. Naturwissenschaftliche Kompetenz beinhaltet, grundlegende naturwissenschaftliche Konzepte zu verstehen und mit naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen vertraut zu sein.

Im Auftrag der OECD

Für die wissenschaftliche Qualität und die Umsetzung der PISA-Studie wurde ein internationales Konsortium unter Leitung des OECD-Sekretariats beauftragt, das sich aus mehreren internationalen Organisationen und Forschungsinstituten des Bildungssektors zusammensetzt.

In der OECD ist Andreas Schleicher, Leiter des Direktorats für Bildung, für PISA zuständig. Auf nationaler Ebene wird die Studie von einer nationalen Projektmanagerin geleitet, Prof. Kristina Reiss, Leiterin des Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) an der Technischen Universität München (TUM).

Die Kosten von rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr tragen das Bundesbildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Ständige Konferenz der Kultusminister (KMK) in der Bundesrepublik Deutschland.