Die Plastikpiraten entern Europa

Wie viel Plastik schwimmt in den Flüssen Europas – und wie viel davon gelangt in die Meere und Ozeane? Bei der Aktion "Plastic Pirates – Go Europe!" werden Jugendliche Proben aus Flüssen nehmen. Die Daten werden dann von Forschenden analysiert.

Die Faszination für Ozean und Flüsse und deren Bedeutung als Garanten der Artenvielfalt ist grenzenlos. Doch auch die Belastung von Stränden und Flussufern in Europa mit Plastikmüll macht vor Grenzen nicht halt. Wir Europäerinnen und Europäer müssen deshalb zusammenarbeiten: Um Mikro- und Makroplastik in der Umwelt zu vermeiden, diese Herausforderung wissenschaftlich einzuordnen und an nachhaltigen Materialien zu forschen.

Unterstützung für Bürgerwissenschaften in Europa

Deutschland, Portugal und Slowenien setzen sich daher während ihrer gemeinsamen Trio-Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union 2020/2021 besonders für die Unterstützung von Wissenschaft und Forschung für saubere Meere, Fließgewässer und gewässernahe Natur ein. Schulklassen und Jugendgruppen sind aufgerufen, Plastikmüll an den Ufern von Flüssen und Bachläufen zu finden, die verschiedenen Arten des gesammelten Plastikmülls an unterschiedlichen Stellen eines Flussabschnitts zu dokumentieren und mit dieser länderübergreifenden Citizen-Science-Aktion die Forschung aktiv zu unterstützen. Langfristig soll die Aktion sogar in der ganzen EU stattfinden und somit eine noch breitere Datenbasis liefern.

Erfolgreiches Projekt aus dem Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane macht Schule

Die Aktion „Plastikpiraten. Das Meer beginnt hier!“ fand erstmalig im Jahr 2016 im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane in Deutschland statt. Und das mit großem Erfolg: Seit 2016 wurden die Daten von 749 Schulen und Organisationen sowie insgesamt mehr als 14.000 Teilnehmenden zusammengetragen und durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgewertet. Jetzt nehmen Jugendliche in drei Ländern Europas teil und bilden gemeinsam die Plastic Pirates. Denn auch Plastikmüllvermeidung und die Erforschung von Ursachen und Zusammenhängen sind Aufgaben, die wir in Europa am besten gemeinsam anpacken.

Leinen los: Ab September beginnen die Sammlungen

Ein geeignetes Ufer an einem Fluss oder Bach ist gefunden? Dann kann es eigentlich schon losgehen! Zwischen Mitte September und Mitte November identifizieren die einzelnen Gruppen mithilfe detaillierter Aktionsmaterialien, auch für die Lehrkräfte, verschiedene Abfallarten. Das können z. B. Zigarettenreste, Folien- oder Verpackungsteile sein. Die Daten veröffentlichen sie auf einer digitalen Landkarte. Diese helfen der Wissenschaft im Anschluss, bestehende Forschungslücken zum Vorkommen von Plastikmüllarten nach und nach zu schließen. Der Kampf gegen Plastikmüllverschmutzung, für saubere Gewässer und der Schutz natürlicher Ressourcen für zukünftige Generationen in einem vereinten Europa können nur dann gelingen, wenn wir alle – die Bürgerinnen und Bürger Europas – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch unsere Neugier und unser Engagement unterstützen. Mehr auf plastic-pirates.eu