Professorales Personal an Fachhochschulen

Das Bund-Länder-Programm „FH-Personal“ nimmt die Gewinnung und Entwicklung von Fachhochschulprofessorinnen und -professoren in den Blick.

Eine auf einer Tafel gezeichnete Person mit Aktentasche steigt eine Treppe hinauf. Eine Stufe wird von einer Hand an die richtige Position in der Treppe geschoben.
FH-Personal setzt auf neue, strukturwirksame Impulse für die Rekrutierung und Qualifizierung professoralen Personals an Fachhochschulen. © Adobe Stock / ilkercelik

Fachhochschulen sind ein zentrales Element im Wissenschafts- und Innovationssystem Deutschlands. Sie stehen für anwendungsnahe Forschung und Entwicklung, für eine praxisorientierte akademische Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und für eine enge Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Partnern. Sie leisten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis insbesondere für ihre jeweilige Region wichtige Beiträge zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Leistungsfähigkeit von Fachhochschulen setzt adäquat qualifiziertes und besonders motiviertes professorales Personal voraus. Notwendig ist sowohl eine herausragende wissenschaftliche und didaktische Qualifizierung, als auch das Vorliegen umfassender Praxiserfahrung. Dementsprechend sind Fachhochschulen auch auf die Rekrutierung ihrer Professorinnen und Professoren aus dem außerhochschulischen Umfeld angewiesen und verfügen im Vergleich zu den Universitäten über einen weniger strukturierten Karriereweg zur Professur. Unter diesen Voraussetzungen gestaltet sich die Gewinnung des professoralen Nachwuchses zunehmend schwer. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Fachhochschulen sind daher aufgefordert, hochschul- und standortspezifische Vorgehensweisen zu entwerfen.

Hochschulischen Bedarfen und Herausforderungen durch maßgeschneiderte Lösungsansätze gerecht werden

Vor diesem Hintergrund haben Bund und Länder das Programm zur Förderung der Gewinnung und Qualifizierung professoralen Personals an Fachhochschulen - „FH-Personal“ – beschlossen. Mit dieser neuen Initiative wollen Bund und Länder Fachhochschulen in ihrer gewichtigen Rolle für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland stärken. Im Fokus stehen strategisch begründete, strukturwirksame Instrumente zur Rekrutierung  und Qualifizierung von professoralem Personal.

Im Rahmen der Konzeptphase werden Fachhochschulen dabei gefördert, – aufbauend auf einer tiefgreifenden Analyse ihrer jeweiligen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken – ihr hochschulspezifisches strategisches Konzept zur Gewinnung und Entwicklung von Professorinnen und Professoren zu entwickeln.

In der Umsetzungsphase werden Hochschulen dabei unterstützt, basierend auf einem fundierten strategischen Konzept, Maßnahmen zur Gewinnung und Entwicklung von Professorinnen und Professoren umzusetzen. Förderfähige Instrumente wie die Schwerpunktprofessur, kooperative Promotionen, Tandemprogramme oder Kooperationsplattformen sind Beispiele für entsprechende Maßnahmen. Grundlegender Ansatz des Programms ist allerdings, dass jede Hochschule ihre spezifischen Herausforderungen und Rahmenbedingungen aufgreift und hierfür – losgelöst von Beispielen – individuell Lösungswege entwickelt.

Förderung durch Bund und Länder: bis zu 431,5 Mio. Euro bis 2028

Das insgesamt zehnjährige Förderprogramm umfasst eine vorgeschaltete Konzeptphase mit einem Förderzeitraum von bis zu acht Monaten sowie eine Umsetzungsphase mit zwei Bewilligungsrunden, die in den Jahren 2020 und 2022 durchgeführt werden. Projekte können je Bewilligungsrunde für einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren (höchstens bis zum Ende des Förderzeitraumes der jeweiligen Bewilligungsrunde, 2026 bzw. 2028) gefördert werden. Bund und Länder stellen, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch die gesetzgebenden Körperschaften, für das Programm bis zu 431,5 Mio. Euro zur Verfügung. Die Finanzierung des Programms wird zu 71% vom Bund und 29% von den Ländern aufgebracht. Zu Beginn finanziert der Bund zu 100%, bis zum Ende der Laufzeit wächst der Finanzierungsanteil der Länder auf 50%.
Für Bewilligungen in der ersten Auswahlrunde der Umsetzungsphase sollen bis zu 70% der Mittel und für die zweite Auswahlrunde mindestens 30% der Mittel zur Verfügung stehen.