Psychische Erkrankungen besser erforschen

Depression, Angststörung, Schizophrenie: Das Bundesforschungsministerium fördert die Erforschung psychischer Erkrankungen seit vielen Jahren. Auf einem Kongress in Berlin berichteten Wissenschaftler über aktuelle Entwicklungen.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka eröffnet den Kongress 'Psychische Erkrankungen - Stand und Perspektiven'
Bundesforschungsministerin Johanna Wanka eröffnet den Kongress "Psychische Erkrankungen - Stand und Perspektiven" © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Psychische Erkrankungen stellen uns vor besondere Herausforderungen – persönlich, ökonomisch und gesellschaftlich. Drei von zehn Krankheiten mit der weltweit höchsten Krankheitslast sind psychische Erkrankungen. Alleine an Depression leiden weltweit etwa 350 Million Menschen. In Europa verursachen psychische Erkrankungen die Hälfte aller krankheitsbedingten Fehltage und sie sind der häufigste Grund für Frühverrentungen.

Forschung ist darum wichtig. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit vielen Jahren die Forschung zu Ursachen, Prävention, Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus diesen Fördermaßnahmen trafen sich am 21. und 22. April zu einem Kongress im BMBF, um aktuelle Entwicklungen in der Erforschung psychischer Erkrankungen über das Fachpublikum hinaus einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Veranstalter des Kongresses ist die Aktion Psychisch Kranke e.V. (APK) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP).

Die Forschungsförderung des BMBF ist darauf ausgerichtet, die Ergebnisse der Forschung schneller zu den Menschen zu bringen. Momentan dauert es häufig noch mehr als zehn Jahre, bis aus einem Wirkstoffkandidaten ein marktreifes Medikament hervorgeht. Diese Prozesse will das BMBF durch gezielte Fördermaßnahmen beschleunigen.

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Neue Therapieansätze

Das Forschungsnetz zu psychischen Erkrankungen soll neue Therapien schneller in den klinischen Alltag überführen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen vielversprechende Therapieansätze für Depression, Angststörungen, Sucht, Schizophrenie, ADHS und Autismus. Insgesamt 30 Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland arbeiten hierfür zusammen. Weiterlesen

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Mehrere Disziplinen

Für viele Forschungsaufgaben wird Expertise aus mehreren Disziplinen benötigt. Neben Psychiatrie und Psychologie können das etwa die Gesundheitsfachberufe, Partner aus der Versorgungspraxis oder die Sozialwissenschaften sein. Nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit können bedarfsgerechte Lösungen entstehen. Besonders wichtig ist dies beispielsweise bei der vom BMBF geförderten Forschung zu Auswirkungen von Missbrauch und Gewalt in Kindheit und Jugend. Weiterlesen

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Länderübergreifend

Die Vernetzung von Wissen und Ressourcen darf nicht an Landesgrenzen halt machen, denn Volkskrankheiten kennen keine Grenzen. Daher fördert das BMBF länderübergreifende Forschungskooperationen im Zuge seiner Internationalisierungsstrategie. Europäische Forschungsnetzwerke wie das ERA-Net NEURON bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch über europäische Grenzen hinweg zusammen. Hierdurch entstehen Synergien für den medizinischen Fortschritt, etwa bei der Analyse genetischer und umweltbedingter Krankheitsfaktoren. Weiterlesen