Quanten – ein neues Zeitalter?

Bundeskabinett beschließt neues Forschungsprogramm Quantentechnologien / Karliczek: „Wir wollen wissen, was nach der Digitalisierung kommt“

Das Bundeskabinett hat heute das von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek vorgelegte Rahmenprogramm der Bundesregierung „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“ beschlossen. Erstmals soll die Forschung in diesem Zukunftsfeld mit einem eigenständigen Programm systematisch vorangetrieben werden. Die Bundesregierung wird in der laufenden Legislaturperiode insgesamt rund 650 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung in den Quantentechnologien zur Verfügung stellen.

Quanteneffekte, über Jahrzehnte eine Domäne der physikalischen Grundlagenforschung, haben in der jüngeren Vergangenheit den Weg in erste technologische Anwendungen gefunden. Das Potenzial solcher „Quantentechnologien der zweiten Generation“ verspricht, Herausforderungen zu bewältigen, für die bislang die klassischen Technologien nicht ausreichen. Dazu gehören unter anderem technisch abhörsichere Datenkommunikation, ultrapräzise Messgeräte und Bildgebung oder wesentlich leistungsfähigere Computer.

„Der exzellenten Grundlagenforschung ist es zu verdanken, dass wir heute überhaupt einen Einblick in dieses faszinierende Zukunftsfeld haben. Hier wollen wir anknüpfen und die starke Position der Forschung in Deutschland auf dem Gebiet der Quantenphysik ausbauen und auch nutzen. Wir wollen wissen, was nach der Digitalisierung mit ihren Nullen und Einsen kommt“, sagte Bundesministerin Karliczek in Berlin. „Es gilt, die Chancen dieser neuen Schlüsseltechnologie zu ergreifen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.“

Durch das Rahmenprogramm „Quantentechnologien“ legt die Bundesregierung die Maßnahmen fest, mit denen in dieser Legislaturperiode die Quantentechnologien in Deutschland auf ein wissenschaftlich und wirtschaftlich zukunftssicheres Fundament gestellt werden sollen. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet beispielsweise den Ausbau der Forschungslandschaft mit Kompetenzzentrum, Netzwerken und Verbundprojekten mit der Wirtschaft, die Einrichtung von Forschungsgruppen für Nachwuchswissenschaftler und auch die Klärung von Fragen im Zusammenhang mit der Fachkräfteausbildung der aufkommenden Quantenbranche. Gegenstand der Forschung und Entwicklung sind beispielsweise die Satellitenkommunikation, das Quantencomputing und neue Messtechnik für leistungsfähigere und sichere Datennetze. Zudem soll über das neue Programm das öffentliche Verständnis von Quantentechnologien gefördert werden.

Neben dem BMBF beteiligen sich das Wirtschafts-, das Innen- und das Verteidigungsministerium mit eigenen Maßnahmen an dem Programm.