Ran ans Obst

Fruchtbare Städte: Damit frisches Obst auf öffentlichen Freiflächen nicht verkommt, ruft Bundesministerin Johanna Wanka Bürgerinnen und Bürger zur Stadternte auf. In Berlin hat sie den Anfang gemacht und gemeinsam mit Schülern Mirabellen gepflückt.

Mit der Aktion "Stadternte" im Wissenschaftsjahr 2015 ruft das Bundesministerium für Bildung und Forschung bundesweit Bürgerinnen und Bürger zur Ernte von Obst und Gemüse auf Freiflächen auf. Unterstützt wird die Aktion durch die Initiative "Mundraub", einer Online-Plattform, die vernachlässigte Obstgehölze auf Freiflächen und Alleen in digitalen Karten verzeichnet und gemeinschaftliche Erntecamps organisiert.

Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, nach dem Pflücken
Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, nach dem Pflücken © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Durch die symbolische Stadternte von Mirabellen und Pflaumen, bei der auch Schüler mithelfen, macht Bundesforschungsministerin Johanna Wanka im Wissenschaftsjahr auf den Reichtum an Nutzpflanzen im öffentlichen Raum aufmerksam. "Stadtnahe Obstbäume und Streuobstwiesen sind eine umweltfreundliche Quelle für schmackhaftes Essen, die wir besser nutzen sollten", sagte Wanka bei einem Erntecamp im Berliner Stadtteil Mariendorf. "Das fördert auch das Bewusstsein für regionale Lebensmittel und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Nachhaltigkeit".

Gut für den Umweltschutz

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie begleitet die Aktion und die Erntecamps der Initiative "Mundraub" wissenschaftlich. Es ermittelt das Potenzial der stadtnahen Lebensmittelversorgung für den Umweltschutz und erarbeitet Vorschläge, wie die Menschen hierfür angesprochen werden können.

Auf der Bundesgartenschau in Brandenburg wird bereits Saft von Äpfeln angeboten, die im vergangenen Jahr von über 60 Helfern von Bäumen auf brandenburgischen Freiflächen geerntet wurden. Die Aktion wurde durch die Initiative Mundraub organisiert. Deren Internetplattform wird von mehr als 30.000 Menschen genutzt, die lokale Ernten organisieren.

Mundraub-Gründer Kai Gildhorn sagt: "Es ist für uns beeindruckend, wie viele Menschen sich von der Mundraub-Idee begeistern lassen und bereit sind, ihre Perspektive auf die Landschaft zu ändern, eigene Ideen entwickeln und sich mit uns engagieren".