Förderung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten

Das Bundesbildungsministerium fördert seit 1973 nachhaltig die Fach­kräfte von morgen. Dazu investiert das Ministerium in überbetriebliche Berufsbildungsstätten.

Viele Jugendliche, die eine Ausbildung machen, werden einmal einen Teil der Ausbildung in einer ÜBS absolvieren. © Thinkstock

Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) haben vielfältige Aufgaben. Sie spielen eine wesentliche Rolle in der dualen Ausbildung, also der Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind häufig aufgrund ihrer Betriebsgröße oder ihrer Spezialisierung nicht in der Lage, alle vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte in ihrem Betrieb abzudecken. Daher werden bestimmte Ausbildungsinhalte in ÜBS vermittelt.

Bundesweit gibt es über 1000 ÜBS-Standorte. Dadurch können Neuerungen in der Ausbil­dung schnell und flächendeckend eingeführt werden. Moderne Werkstätten, Unterrichts­räume und gegebenenfalls auch Internate der ÜBS sichern eine gute Ausbildung des Fach­kräftenachwuchses.

Seit 2001 fördert das Bundesbildungsministerium die Weiterentwicklung von ausgewählten ÜBS zu Kompetenzzentren (Komzet). Diese dienen dem Transfer neuer Technologien in die Wirtschaft und unterstützen damit die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Darüber hinaus sind die ÜBS auch in der technologieorientierten Fort- und Weiterbildung unverzichtbar.

Was wird gefördert?

Nach dem Aufbau des flächendeckenden Netzes an ÜBS werden heute Modernisierungen von Ausstattung und Gebäuden sowie Umstrukturierungen von ÜBS und die Weiterentwick­lung zu Komzet gefördert. Dabei werden die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen, wie der technologische Wandel oder die demographische Entwicklung, berücksichtigt.

Die Auszeichnung als Komzet setzt einen fachlichen Schwerpunkt der ÜBS und ihre Exzel­lenz auf einem Spezialgebiet voraus. Die Komzet kooperieren mit Herstellern, Hochschulen, Forschungsinstituten und Betrieben. Sie verbinden ihre Kenntnis neuester technologischer Verfahren mit ihrem pädagogischen Auftrag, praxisorientierte Qualifizierungsangebote zu entwickeln und Betriebe zu beraten. Sie beschleunigen dadurch den Transfer neuer Tech­nologien und neuer Verfahren in die betriebliche Praxis.

Wer fördert?

Bundesbildungsministerium und Bundeswirtschaftsministerium. Rechtliche Grundlage sind die im Jahr 2009 veröffentlichten und 2015 aktualisierten "Gemeinsamen Richtlinien zur För­derung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten und ihrer Weiterentwicklung zu Kompetenz­zentren".

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) übernimmt im Auftrag des Bundesbildungs­ministeriums die Förderung beim Schwerpunkt Berufsausbildung. Bei Fort- und Weiter­bildung fördert das Bundeswirtschaftsministerium über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Wer wird gefördert?

Gefördert werden die Träger von ÜBS und Komzet. Das sind in der Regel Handwerkskam­mern und ihre Organisationen sowie Industrie- oder auch Landwirtschaftskammern. Eben­falls antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen Rechts oder gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts, die einen entsprechenden Bildungsauftrag übernom­men haben.

Wie wird gefördert?

Die Förderung erfolgt durch nicht rückzahlbare Zuschüsse zu Investitionskosten. Bei Komzet werden Zuschüsse zu Personal- und Sachkosten gezahlt. Der Antragsteller und das Bundesland, in dem sich der Standort befindet, müssen sich an der Finanzierung beteiligen.

Wo können Anträge gestellt werden?

Für die Förderung von Berufsbildungsstätten mit dem Schwerpunkt der Berufsausbildung richten Sie sich an:

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Arbeitsbereich 3.4
Robert-Schumann-Platz 3
53175 Bonn