Roadmap für Forschungsinfrastrukturen

Forschungsinfrastrukturen sind für die Wissenschaft von großer Bedeutung. Dazu zählen Labore, Archive, Großgeräte, aber auch Informations- und Kommunikationstechnik. Das Bundesforschungsministerium unterstützt den Ausbau dieser Infrastrukturen.

 Forschungsinfrastrukturen sind anspruchsvolle und umfangreiche Instrumente oder Serviceeinrichtungen für die Spitzenforschung. Sie zeichnen sich durch eine hohe Bedeutung für das jeweilige Wissenschaftsgebiet aus und dienen dem Erhalt und der Weiterentwicklung einer exzellenten und zukunftsfähigen Forschungslandschaft in Deutschland. Forschungsinfrastrukturen umfassen z.B. Forschungsschiffe für die Meeres- und Polarforschung, global angelegte Klimaforschungsinfrastrukturen, Netzwerke in den Lebenswissenschaften oder Plattformen für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaftler.

Förderung erst nach vorheriger Priorisierung

Angesichts der mehrjährigen Bauzeit, der Dekaden überdauernden Nutzungsdauer, den strukturprägenden Wirkungen und des erheblichen Kostenaufwands werden im Falle von Forschungsinfrastrukturen die nötigen forschungspolitischen Entscheidungen des Bundesforschungsministeriums systematisch vorbereitet. Hierzu hat das BMBF in den vergangenen Jahren einen Prozess entwickelt, in dem die Konzepte zu neuen Forschungsinfrastrukturen nach einem einheitlich strukturierten Verfahren bewertet werden.

Auf Basis der Ergebnisse dieses Verfahrens erfolgen die Priorisierung der Forschungsinfrastruktur-Konzepte und schließlich die Entscheidung über die Aufnahme in die BMBF-Roadmap für Forschungsinfrastrukturen. Mit der Aufnahme von Forschungsinfrastruktur-Vorhaben im Zuständigkeitsbereich des BMBF auf die Roadmap ist eine grundsätzliche Förderabsicht des Ministeriums verbunden.

Das Bewertungsverfahren von Forschungsinfrastruktur-Konzepten

Das Bewertungsverfahren besteht aus zwei aufeinander abgestimmten Prozessen: einer wissenschaftsgeleiteten Bewertung der Vorhaben und einer wirtschaftlich orientierten Bewertung.

  • Für die wissenschaftliche Bewertung hat der Wissenschaftsrat ein Verfahren entwickelt, in dem die Forschungsinfrastruktur-Konzepte in Bezug auf ihr wissenschaftliches Potenzial, ihre Nutzung, ihre Umsetzbarkeit und in ihrer Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Deutschland eingeschätzt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Die wirtschaftliche Bewertung wird im Rahmen von Kostenschätzungen vorgenommen. Hierfür wird ein unabhängiger Personenkreis aus fachlich wie gleichermaßen wirtschaftlich erfahrenen Experten individuell einberufen. Auf Grundlage von Konzeptinformationen, Konstruktionsunterlagen und weiteren relevanten fachlich-technischen Aspekten werden der voraussichtliche Realisierungsaufwand und eventuelle Realisierungsrisiken geschätzt. Die Kostenschätzungen sind erste Bestandteile eines begleitenden Finanzcontrollings und dienen als frühzeitig verfügbare forschungspolitische Entscheidungshilfe.

Aufnahme von Forschungsinfrastruktur-Konzepten in die Roadmap

Mittels der erarbeiteten Entscheidungshilfen wird durch das Bundesforschungsministerium unter Berücksichtigung der gesamtgesellschaftlichen Relevanz der mit den Infrastrukturen sich eröffnenden Forschungshorizonte eine Gesamtabwägung vorgenommen. Erfolgreiche Forschungsinfrastrukturkonzepte werden schließlich in die Roadmap für Forschungsinfrastrukturen aufgenommen. Hierdurch entsteht den Trägern der Forschungsinfrastrukturen Planungssicherheit.

Schließlich ermöglicht diese Weichenstellung weitere Vereinbarungen und Vernetzungen mit nationalen und internationalen Partnern. Hierzu zählt insbesondere das Europäische Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen (European Strategy Forum on Research Infrastructures, ESFRI), in dem europaweite Aktivitäten auf dem Gebiet der Forschungsinfrastrukturen koordiniert und gebündelt werden.