Roboter hilft bei Katastrophen

Helfende Hände in der Robotik: Ein Informatikteam der Universität Bonn hat einen komplexen Roboter entwickelt, der nach Umweltkatastrophen von Menschen helfend eingesetzt werden kann. Gesteuert wird er von Menschen per Exoskelett.

Der Centauro-Roboter arbeitet mit handelsüblichen Werkzeugen. © Volker Lannert, Universität Bonn

Das Kernkraftwerkunglück in Fukushima hat gezeigt, wie dringend der Forschungs- und Entwicklungsbedarf bei Robotern ist, die zur Bewältigung von Unfällen und Umweltkatastrophen eingesetzt werden könnten. Diese Lücke soll der im Projekt entstandene Roboter Centauro schließen helfen: Er kann an Katastrophenorten bei Arbeiten unterstützen, die für die Menschen zu gefährlich wären; für die aber menschliche Wahrnehmungsfähigkeiten unbedingt erforderlich sind, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die Steuerung geschieht über ein Telepräsenz-Exoskelett, mit dessen Hilfe ein Mensch den Centauro aus sicherer Entfernung bewegt, während ihm eine Vielzahl an Sensoren am Roboter detaillierte Daten über die Einsatzumgebung liefern. So kann der Bediener oder die Bedienerin die Situation realistisch einschätzen und entsprechend handeln, wobei er durch autonome Assistenzfunktionen des Robotersystems unterstützt wird.

Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem Centauro und seinem Namensgeber, dem Kentauren, einem Mischwesen aus Pferd und Mensch, das in der griechischen Mythologie vorkommt. Er bewegt sich auf vier Beinen, die in Rädern enden, und so auch unwegsames Gelände gut überwinden können. Zwei Arme benutzen Werkzeuge, wie menschliche Hände es tun würden.

Ein Team von Informatikerinnen und Informatikern an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Lehrstuhl für Autonome Intelligente Systeme) hat die Projektarbeit koordiniert, die gemeinsam mit Forschenden der RWTH Aachen, dem Istituto Italiano di Tecnologia in Genua, der Scuola Universitaria Superiore Sant’Anna in Pisa (beide Italien), der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm und der Universität Linköping (beide Schweden), der progenoX GmbH aus Schneizlreuth und der Kerntechnischen Hilfsdienst GmbH aus Karlsruhe geleistet wurde.

Wofür wird der Dahrendorf-Preis verwendet?

Mit den Ergebnissen aus seinem Projekt will das Centauro-Team Schülerinnen und Schüler für die Robotik begeistern. Die Kinder und Jugendlichen sollen – entsprechend vorbereitet – selbst programmieren und den Einsatz des Roboters simulieren. Zum Abschluss können sie ihre Fähigkeiten in einem schulübergreifenden Wettbewerb messen. Die Schule der Gewinner darf den Roboterbausatz behalten – als Anregung für künftige Robotikexpertinnen und -experten.

Gefördert durch

Horizont 2020 – EU Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Schwerpunkt II „Führende Rolle der Industrie“, Programm Informations- und Kommunikationstechnologien.