Roboter in der häuslichen Pflege

Wie können Roboter künftig eingesetzt werden, um pflegende Angehörige bei der Betreuung von Menschen mit Demenz zu entlasten? Dieser Frage geht eine Forschungsgruppe im Projekt RoboLand nach – gefördert vom Bundesforschungsministerium. 

Das Projektteam RoboLand mit zwei Telepräsenzrobotern am BMBF-Stand auf der CeBIT. © Projektträger Jülich

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Mit der steigenden Lebenserwartung nimmt auch die Anzahl altersbedingter Erkrankungen wie Demenz zu. Ländliche Regionen sind von dieser Entwicklung besonders betroffen. Durch den Fortzug von Menschen im erwerbsfähigen Alter und den Mangel an Pflegekräften verschärft sich die Versorgungssituation für die stetig wachsende Gruppe älterer pflegebedürftiger Personen. Angesichts dieser erschwerten Rahmenbedingungen werden im Verbundprojekt RoboLand der Hochschule Fulda und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Lösungen entwickelt, wie Menschen mit Demenz künftig zu Hause unterstützt und begleitet werden können.

Selbstfahrende Roboter mit Display und Mikrofon

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stehen Telepräsenzroboter. Hierbei handelt es sich um teilweise selbstfahrende und teilweise ferngesteuerte Roboter, die mit Display, Mikrofon und Webcam ausgestattet sind und durch Videoübertragung die persönliche Anwesenheit von beispielsweise einer Pflegekraft ermöglichen. Unter der Leitung von Helma M. Bleses (Hochschule Fulda) und Erwin Praßler (Hochschule Bonn-Rhein Sieg) wird in zwei strukturschwachen Regionen in Hessen erforscht, ob und in welchen Situationen Telepräsenzroboter von Personen mit Demenz und ihren Angehörigen zu Hause genutzt werden. Der Einsatz von Telepräsenzrobotern soll dabei dem Erhalt der Selbstbestimmung, der Mobilität und der sozialen Teilhabe dienen. Darüber hinaus soll untersucht werden, inwieweit diese Systeme eine Entlastung für pflegende Angehörige darstellen können.

Pflegende Angehörige werden eingebunden

In das Projekt eingebunden werden zu Hause lebende Menschen in unterschiedlichen Demenzphasen, ihre pflegenden Angehörigen sowie informelle und formelle Netzwerkakteuren wie Pflegedienste und Ärzte. In vier aufeinander abgestimmten Feldversuchen wird dann der Einsatz von Telepräsenzrobotern im häuslichen Umfeld erforscht. Auf der Grundlage der gewonnenen Ergebnisse werden anschließend Anforderungen für die technische Weiterentwicklung der Telepräsenzrobotik für Menschen mit Demenz, ihre pflegenden Angehörigen und die Netzwerkakteure abgeleitet.

Förderung des Bundesforschungsministeriums

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie „SILQUA-FH“ des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ mit rund 800.000 Euro.