„Schule macht stark“ – Gemeinsame Initiative von Bund und Ländern zur Unterstützung von Schulen in sozial schwierigen Lagen

"Mit ‚Schule macht stark‘ unterstützen wir Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Schulen dabei, ihre Potenziale voll zu entfalten. Und zwar unabhängig von ihrem Wohnort“, sagt Ministerin Karliczek. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Bildungschancen von sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern zu verbessern, ist das Ziel der Bund-Länder-Initiative „Schule macht stark“. Dafür stellen das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Länder zu gleichen Teilen insgesamt 125 Mio. Euro zur Verfügung.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Alle jungen Menschen verdienen bestmögliche Bildungschancen. Unser Schulsystem muss für jeden einen Weg möglich machen. Das ist unser Anspruch. Daher müssen wir insbesondere jungen Menschen, die es sowieso schon nicht leicht im Leben haben, unter die Arme greifen. Mit ‚Schule macht stark‘ werden wir – gemeinsam mit den Ländern – Schulen in sozial schwieriger Lage besser auf ihre vielfältigen Herausforderungen vorbereiten.

Wir wollen damit die Weichen stellen, dass unser Bildungssystem in den nächsten Jahren ein Stück besser und vor allem gerechter wird. Gute Bildung muss es überall im Land geben – auch an Orten, an denen es Familien nicht so gut geht. Wir haben in den letzten Jahren deutliche Fortschritte dabei erzielt, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu reduzieren. Auf diesem Weg gehen Bund und Länder nun zusammen weiter. Mit ‚Schule macht stark‘ unterstützen wir Schülerinnen und Schüler, Lehrer und Schulen dabei, ihre Potenziale voll zu entfalten. Und zwar unabhängig von ihrem Wohnort.“

Der Präsident der Kultusministerkonferenz und Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz sagte bei der Vorstellung der Initiative in Berlin: „Bestmögliche Lern- und Bildungschancen für unsere Kinder zu schaffen, ist das gemeinsame Ziel von Bund und Ländern. Bereits mit der Initiative ‚Leistung macht Schule‘ haben wir vor drei Jahren einen wichtigen Schritt getan, um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre Potenziale zu entfalten. Zur Bildungsgerechtigkeit gehört aber auch, unseren Schulen in sozial schwierigen Lagen bei den großen Herausforderungen zu helfen, vor denen sie etwa im Bereich der Integration und Sprachförderung stehen. An diesen Schulen bündeln sich die Problemlagen, sodass Unterstützung besonders nötig ist. Mit ‚Schule macht stark‘ gehen wir deshalb einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Die Initiative wird die Schulen sehr viel stärker als bisher in die Lage versetzen, ihre Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu unterstützen und ihnen durch Bildungserfolg gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.“

Hamburgs Senator für Schule und Berufsbildung und A-Länderkoordinator Ties Rabe: „Alle Schulen in sozial schwieriger Lage stehen bei der Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler vor ganz besonderen Herausforderungen, deshalb sieht der Koalitionsvertrag auf Bundesebene vor, diese Schulen zu unterstützen. Hamburg und andere Länder verfügen zwar bereits über entsprechende Unterstützungssysteme, erhoffen sich aber durch eine wissenschaftliche Begleitung klare Hinweise darauf, welche konkreten Fördermaßnahmen sinnvoll und erfolgreich sind. Vorbild kann das Bund-Länder-Programm ,Bildung durch Sprache und Schrift‘ (BiSS) sein, das seit 2012 wichtige Expertise und praktische Hinweise zur Diagnostik und Förderung im Bereich der sprachlichen Bildung von der Kita bis in die Sekundarstufe I erarbeitet hat und jetzt flächendeckend umgesetzt werden soll.“

Die Initiative „Schule macht stark“ ist auf zehn Jahre angelegt und in zwei Phasen à fünf Jahre gegliedert. In der ersten Phase soll eine vom BMBF finanzierte praxisnahe Forschung insgesamt 200 Schulen in sozial benachteiligten Lagen dabei unterstützen, ihre besonderen Herausforderungen zu meistern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden gemeinsam mit den Schulen daran arbeiten, Bedarfe in der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu identifizieren, vorhandene Potenziale zu erkennen und neue Strategien und Konzepte zu entwickeln. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Vernetzung der Schulen mit ihrem sozialräumlichen Umfeld sowie die Vernetzung der Schulen miteinander. Die zweite Phase dient dem Transfer der von Wissenschaft und Praxis gemeinsam entwickelten Strategien und Konzepte an weitere Schulen.

Die Initiative richtet sich an alle Schularten und Jahrgangsstufen im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 1 bis 10). Die Auswahl der Schulen wird durch Ausschreibung oder Nominierung durch die Länder entsprechend dem Königsteiner Schlüssel erfolgen. Die Ausschreibung der Forschungsförderung des BMBF soll noch im Herbst 2019 veröffentlicht werden.