Schule macht stark

Bestmögliche Bildungschancen für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler: Das ist das Ziel der neuen Bund-Länder-Initiative „Schule macht stark“. Das BMBF fördert sie mit 62,5 Millionen Euro über 10 Jahre.

Der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen darf nicht von der Postleitzahl abhängig sein: Daher starten Bund und Länder die Initiative "Schule macht stark".

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Sie sind gleich alt, besuchen die gleiche Schulform, versuchen sich an den gleichen Aufgaben – und dabei trennen sie Welten: Viele Schülerinnen und Schüler sind ihren Altersgenossen weit voraus. Ein Grund dafür kann der Standort ihrer Schule sein, wie zuletzt etwa die internationale Bildungsvergleichsuntersuchung „PISA 2015“ gezeigt hat. Daraus geht hervor, dass Lernende in Deutschland an sozioökonomisch begünstigten Schulen bis zu fünf Lernjahre Vorsprung vor Schülerinnen und Schülern an sozioökonomisch benachteiligten Schulen haben. Bund und Länder sehen hier dringenden Handlungsbedarf und haben sich zum Ziel gesetzt, die Bildungschancen dieser Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Dafür starten sie die gemeinsame Initiative „Schule macht stark“.

Herausfordernd für Schulen in schwierigen sozialen Lage ist, dass sie von besonders vielen Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Problemlagen besucht werden: Sie wachsen oft in einem armutsgefährdeten Haushalt auf und ihre Eltern sind meist formal geringer qualifiziert oder erwerbslos. Zudem sprechen viele von ihnen nicht muttersprachlich Deutsch. Die Lehrerinnen und Lehrer an diesen Schulen sind besonders belastet. Sie können Disziplinprobleme, Unterrichtsstörungen oder das Sozialverhalten ihrer Schülerschaft oft nicht allein bewältigen. Die Folge ist ein häufiger Personalwechsel an den Schulen.

Ziel der bundesweiten Initiative ist es daher, Schulen in sozial schwierigen Lagen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land dabei zu unterstützen, diese Herausforderungen besser zu meistern. Nach dem Vorbild der gemeinsamen Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen interdisziplinären Verbund von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finanzieren. Die Forschenden werden ab dem Schuljahr 2021/2022 gemeinsam mit bundesweit 200 Schulen Strategien und Konzepte für die Praxis erarbeiten. Im Vordergrund stehen dabei die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die Vernetzung der Schulen in ihrem Sozialraum. Von den Ergebnissen werden in der 2. Phase weitere Schulen profitieren.

Das ist geplant

  • In der ersten Phase (2021 bis 2025) werden Schulen und Wissenschaft gemeinsam Strategien und Konzepte insbesondere für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die Vernetzung der Schulen mit ihrem sozialräumlichen Umfeld entwickeln. Darüber hinaus sollen sich die Schulen untereinander austauschen und vernetzen.
  • Die zweite Phase der Initiative (2026 bis 2030) dient dem Transfer der Ergebnisse in die Breite.

Hintergrund

Die gemeinsame Bund-Länder-Initiative zur Unterstützung von Schulen in sozial schwierigen Lagen „Schule macht stark“ startet im Januar 2021 mit einer Auftaktkonferenz. Der Beginn der praktischen Umsetzung in den Schulen ist zum Schuljahresbeginn 2021/2022 geplant. Bund und Länder fördern die Initiative je zur Hälfte mit insgesamt 125 Millionen Euro. Ihre Laufzeit beträgt 10 Jahre.