Schwere Malaria schneller heilen: Auszeichnung für Tübinger Tropenmediziner

Den "Memento"-Forschungspreis haben Peter Kremsner und Carsten Köhler vom Institut für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen für ihren Beitrag zur Malaria-Therapie erhalten. Sie wurden vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Malaria zählt immer noch zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Der Stich einer Mücke kann ausreichen, um sich mit der Krankheit zu infizieren.

Die Tübinger Tropenmediziner zählen zu den weltweit führenden Malariaforschern.
Die Tübinger Tropenmediziner zählen zu den weltweit führenden Malariaforschern. © DZIF | Foto: scienceRELATIONS

Gerade schwere Verläufe der Krankheit führen unbehandelt meistens zum Tode. Besonders betroffen sind dabei Säuglinge und Kleinkinder. Zwischen dem Auftreten erster Symptome und dem Erscheinen lebensbedrohlicher Komplikationen liegen manchmal nur Stunden. Daher muss eine Behandlung schnell einsetzen und möglichst unkompliziert durchführbar sein, um in den strukturschwachen Ausbruchsgebieten erfolgreich zu sein. Bisherige Behandlungsmethoden sehen Kombinationen von Injektionen und Medikamenteneinnahme vor. Gerade bei schwer erkrankten Kindern ist die Medikamenteneinnahme oft nicht möglich. Tübinger Forscher konnten nun in klinischen Studien zeigen, dass es zukünftig einfacher gehen kann: Sie fanden heraus, dass bei schwerer Malaria bereits eine dreimalige Injektion des Medikaments Artesunat ausreicht, um die Malariaerreger im Körper zuverlässig abzutöten.

Gerade unter den schwierigen Bedingungen der schlecht entwickelten Gesundheitssysteme in armen Ländern ist dies ein erheblicher Fortschritt, der Leben retten kann. Denn so können die wenigen Ärzte „vor Ort“ sehr viele Kinder gleichzeitig gegen schwere Malaria behandeln.

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) hat die Studien der Tübingen Forscher mit rund 600.000 Euro unterstützt. Die Tübinger Tropenmediziner um Prof. Dr. Peter Kremsner gehören zu den führenden Malariaforschern weltweit. Auch ihre erst kürzlich veröffentlichten Arbeiten in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Nature“ zu einem vollständig neuen Malariaimpfstoff geben neue Hoffnung, die Krankheit endlich vollständig besiegen zu können.

Der "Memento"-Forschungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert, das Preisgeld wird von der Hilfsorganisation "Brot für die Welt" bereitgestellt. Die Preisverleihung fand am 8. März 2017 in der Hörsaalruine der Charité in Berlin statt.