Seltene Erkrankungen erforschen

Eine einzelne betrifft nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen – doch Seltene Erkrankungen gibt es viele. Daher leben – so paradox es klingt – in Deutschland mehr als vier Millionen Menschen mit einer Seltenen Erkrankung.

Mitglieder von Achse e.V., dem Netzwerk für Menschen mit seltenen Erkrankungen © bmbf

Je weniger Menschen an einer Krankheit leiden, desto geringer ist auch das Wissen über deren Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Meist vergehen deshalb Jahre, bis Ärztinnen und Ärzte eine Seltene Erkrankung richtig diagnostizieren. Die Betroffenen müssen oft aufwendig versorgt und in medizinischen Fachzentren behandelt werden, weit entfernt vom Wohnort. Für viele der oft genetisch bedingten Erkrankungen gibt es sogar gar keine Therapien.

Um die Situationen der Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen zu verbessern, fördert das BMBF seit 2003 Netzwerke, die die Ursachen Seltener Erkrankungen erforschen und neue Therapieansätze entwickeln – mit einem Fördervolumen von bisher mehr als 107 Millionen Euro. Für seine jüngste Maßnahme zur „Förderung translationsorientierter Verbundvorhaben im Bereich der Seltenen Erkrankungen“ stellt das BMBF bis zum Jahr 2022 weitere 25 Millionen Euro bereit. Im Frühjahr 2019 gehen die zur Förderung ausgewählten deutschen Verbünde an den Start. Zudem stärkt das BMBF bei der Erforschung Seltener Erkrankungen die internationale Vernetzung mit 2,7 Millionen Euro.

Die Erforschung seltener Krebserkrankungen in einem Netzwerk europäischer Förderorganisationen, ERA-NET TRANSCAN, unterstützt das BMBF in den kommenden drei Jahren mit rund 4,6 Millionen Euro. Auch hier nehmen die geförderten Verbünde ihre Arbeit im Frühjahr 2019 auf. Ihre Ergebnisse können dazu beitragen, die Mechanismen häufiger Krebserkrankungen besser zu verstehen. Sie unterstützen dadurch auch die Ziele der Nationalen Dekade gegen Krebs