Senckenberg Gesellschaft feiert 200. Geburtstag

Bundesforschungsministerin Wanka würdigte die Senckenberg Gesellschaft beim Festakt in Frankfurt als tragende Säule der naturkundlichen Forschung in Deutschland.

Bundesministerin Wanka im Gespräch mit Senckenberg-Generaldirektor Volker Mosbrugger, stv. Generaldirektor Andreas Mulch und Meteoriten-Forscherin Jutta Zipfel © Senckenberg

Sie waren neugierig, wollten die Welt verstehen und den Rätseln der Natur auf den Grund gehen: Im November 1817 gründeten 32 Frankfurter Bürger die Senckenberg Naturforschende Gesellschaft. Was einst als kleine Bürgergesellschaft begann, ist heute eine tragende Säule der naturkundlichen Forschung in Deutschland – und eines der führenden Forschungsmuseen der Welt: Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN). Beim Festakt zum 200. Geburtstag der SGN in Frankfurt würdigte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka „Senckenbergs“ herausragende Rolle in der Wissenschaftslandschaft.

Senckenberg verbindet Grundlagenforschung mit anwendungsbezogener Forschung

Klimawandel, Artensterben, Wüstenbildung, weltweites Bevölkerungswachstum und Konflikte um Ressourcen: All das sind große Herausforderungen für die Menschheit. Naturforschung ist ein entscheidender Schlüssel, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Damit auch künftigen Generationen die Chance auf ein gutes Leben auf der Erde haben, verbindet Senckenberg Grundlagenforschung mit anwendungsbezogener Forschung. Ergebnisse aus der Senckenberg-Forschung dienen dazu, Fischbestände vor Krankheitserregern zu schützen, sie ermöglichen großräumige Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt etwa in Westafrika und finden umfassend Anwendung in der medizinischen klinischen Forschung. So besteht beispielsweise die Hoffnung, dass eine Schnelltest zur Bestimmung von Schlangengift, den Senckenberg gemeinsam mit einem Biotech-Unternehmen und Forschern aus Myanmar entwickelt hat, künftig viele Tausend Menschenleben in Entwicklungsländern retten kann. Der Schnelltest weist innerhalb von 20 Minuten nach, von welcher Schlangenart ein Patient vergiftet wurde, um umgehend die richtige Behandlung einleiten zu können.

Senckenberg forscht nicht nur für die Menschen, sondern mit ihnen

Entscheidend ist, dass Menschen die großen Aufgaben der Zukunft gemeinsam angehen. Mit einzigartigen Ausstellungen trägt Senckenberg das Wissen über die Natur in die Bevölkerung und schafft dort Bewusstsein für Probleme und mögliche Lösungen. Die SGN macht Bürgerinnen und Bürger auch selbst zu Forscherinnen und Forschern, beispielsweise in Großprojekten zur Bestimmung der Artenvielfalt in Deutschland. Senckenberg forscht nicht nur für die Menschen, sondern mit ihnen. So werden sie für Wissenschaft und Forschung begeistert.

Aufgrund dieser Leistungen und ihrer wissenschaftspolitischen Bedeutung ist die Förderung der SGN für die Bundesregierung besonders wichtig: 2017 haben Bund und Länder Senckenberg mit etwa 40 Millionen Euro institutionell gefördert. Hinzu kommen umfangreiche Drittmittel – insbesondere aus Programmen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung hat etwa 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in sieben Forschungsinstituten und -zentren sowie drei Forschungsmuseen tätig sind. Die SNG kooperiert mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in mehr als 150 Ländern und besitzt die fünftgrößte naturhistorische Sammlung der Welt.