Lernen aus der Evolution des Menschen

Das „Center for Human Evolution and Palaeoenvironment“ ist neues Mitglied der Senckenberg Gesellschaft. Beim Festakt in Tübingen sprach Bundesforschungsministerin Wanka von exzellenten Voraussetzungen zur Erforschung der Frühzeit des Menschen.

Verstetigung Senckenberg HEP
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Fossilienfunde sind ein Archiv für die Weltgeschichte: Sie enthalten Informationen über die menschliche Evolution, die Umwelt, Klimaveränderungen und über längst vergangene Ökosysteme. Seit 2009 erforschen Wissenschaftler der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und der Universität Tübingen gemeinsam am „Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment“ (HEP) die Frühzeit des Menschen. Zum Jahresbeginn 2017 wurde das Institut in die Senckenberg Gesellschaft aufgenommen und ist somit Teil der Leibniz-Gemeinschaft. Bund und Länder fördern das Institut künftig mit jährlich 2,8 Millionen Euro.

Wanka unterstützt interdisziplinäre Forschung

„Die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Herkunft und Entwicklung übt eine ganz besondere Faszination aus. Das neue Senckenberg-Institut bietet exzellenten Voraussetzungen um die Frühzeit des Menschen zu erforschen, aber auch um einen Blick in unsere Zukunft zu werfen und Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Probleme zu leisten. Wir freuen uns sehr, diese interdisziplinäre Forschung unterstützen zu können“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka beim Festakt zur Verstetigung des Senckenberg-Instituts.

Aus der Evolution des Menschen lernen

Am HEP-Tübingen befassen sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in sieben Arbeitsgruppen mit Fragen der biologischen und kulturellen Evolution des Menschen, unter anderem in Verbindung mit Klima- und Umweltentwicklungen. Die Forschungsergebnisse tragen nicht nur zum Verständnis der Weltgeschichte bei; sie liefern zeitgleich wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft. Neben der Forschung engagieren sich die HEP-Mitarbeiter auch in der Lehre. Zudem betreut das HEP neun Sammlungen der Universität, zu denen Instrumente und weltberühmte Kunstgegenstände zählen, die zu den ältesten der Menschheit gehören, wie beispielsweise die Elfenbeinfiguren des Aurignacien aus dem Vogelherd.

Größte Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft

Die Senckenberg Gesellschaft umfasst nun sieben Forschungsinstitute und -zentren mit insgesamt 11 Standorten in acht Bundesländern. Damit ist sie die größte Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft, die je etwa zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert wird.