Sofja-Kovalevskaja-Preise 2015 verliehen

Sechs internationale Forschertalente haben in Berlin die Sofja-Kovalevskaja-Preise erhalten. Die jungen Wissenschaftler forschen künftig in München, Frankfurt, Heidelberg, Karlsruhe, Bochum und Hannover.

Bildungsstaatssekretärin Quennet-Thielen und Stiftungs-Präsident Schwarz mit den Preisträgern 2015. © Humboldt-Stiftung/Bettina Ausserhofer

Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen und Helmut Schwarz, Präsident der Humboldt-Stiftung, verliehen die Preise bei einem Festakt in Berlin. Sie sind mit jeweils bis zu 1,65 Millionen Euro dotiert. Mit dem Preisgeld können die drei Wissenschaftlerinnen und drei Wissenschaftler fünf Jahre lang ohne administrative Zwänge an einer selbst gewählten Hochschule oder Forschungseinrichtung in Deutschland arbeiten und eigene Arbeitsgruppen aufbauen.

"Der Sofja-Kovalevskaja-Preis hat für mich unter den Forschungspreisen der Alexander von Humboldt Stiftung eine ganz besondere Bedeutung, weil er neben einer hochverdienten Würdigung der exzellenten Forschungsleistung der Preisträgerinnen und Preisträger auch eine Investition in ihre Zukunft darstellt."

Cornelia Quennet-Thielen, Bildungsstaatssekretärin

Die zwischen 31 und 33 Jahre alten Forschertalente erhalten durch den Preis in einer frühen Karrierephase Risikokapital für innovative Projekte und damit die Chance, eigenständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Denn exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und insbesondere hervorragend ausgebildete Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sind für Deutschlands wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg entscheidend. Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren – vielfach gemeinsam mit den Ländern – durch ihre Programme die Rahmenbedingungen für die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses verbessert. Es ist ihr Ziel, den Forschungs- und Bildungsstandort Deutschland so attraktiv wie möglich zu machen.

So ist Deutschland schon jetzt mit zweistelligen Zuwachsraten das drittwichtigste Gastland für internationale Studierende geworden. Auch der Anteil des wissenschaftlichen Personals wächst stetig. Seit 2006 hat die Zahl ausländischer Professoren in Deutschland um 46 Prozent zugenommen im Vergleich zu einer Steigerung bei den deutschen Professoren um 18 Prozent. Gute Arbeitsbedingungen, was sowohl das wissenschaftliche Renommee des gastgebenden Instituts angeht als auch die Ausstattung des eigenen Arbeitsplatzes und Labors, sind unabdingbar, um den Forschungsstandort weiter zu verbessern. Entscheidend ist auch eine gastfreundliche Aufnahme.

Forscher überschreiten seit jeher Grenzen, nicht nur von Ländern, sondern auch – im übertragenen Sinne - im Denken. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Soja-Kovalevskaja-Preises sind dafür das beste Beispiel: Sie alle haben in ihrer noch jungen Karriere schon mindestens zwei Mal das Land gewechselt. Mit dieser Kultur der Internationalität können Wissenschaft und Forschung beispielgebend in die Gesellschaft hineinwirken. Die Alexander von Humboldt Stiftung setzt sich seit langem für den Aufbau und die feste Verankerung einer "Willkommenskultur" an deutschen Hochschulen ein.

Der Sofja-Kovalevskaja-Preis ist einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise Deutschlands und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.