"Software Sprint": Freie Programmierer unterstützen

Für gemeinnützige Open Source-Entwicklungsprojekte gibt es in Deutschland bisher keine systematischen Fördermöglichkeiten. Das Bundesforschungsministerium will das nun ändern. Denn die digitale Gesellschaft braucht offenes Wissen.

Software, die der Allgemeinheit dient: Mit "Software-Sprint" fördert das Bundesforschungsministerium einzelne Entwicklerinnen und Entwickler, die innovative Open-Source-Projekte vorantreiben. © Thinkstock

Mit dem „Software Sprint“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Förderprogramm aufgelegt, das ganz auf Entwicklerinnen und Entwickler von Open-Source-Softwareprojekten zugeschnitten ist. Alle sechs Monate werden neue Projektideen ausgewählt. Die erste Bewerbungsrunde endete am 30. September. 500 Einreichungen aus ganz Deutschland zeigen das große Interesse von Entwicklerinnen und Entwicklern an dieser neuen Fördermöglichkeit. Diese weit über den Erwartungen liegende Zahl von Ideen wird derzeit von einem Expertengremium begutachtet. Anfang Dezember werden die Beteiligten der ausgewählten Projekte zu einem Antragsworkshop eingeladen, so dass die Projekte ab März 2017 gefördert werden können

Datensicherheit, Civic Tech, Data Literacy

Im Fokus der Förderung stehen die Themen Datensicherheit, Civic Tech und Data Literacy. Ziel der Projekte sind Software-Prototypen, die der Allgemeinheit dienen. Aus den Projekten soll ein „Prototypen-Fonds“ entstehen aus Ideen und Lösungen für den sicheren und kompetenten Umgang mit öffentlich verfügbaren Daten – nach dem Vorbild des „Prototype Fund“ aus den USA.

Für gemeinnützige Open Source-Entwicklungsprojekte gab es in Deutschland bisher keine systematischen Fördermöglichkeiten. Vereinzelte Projekte wurden durch privatwirtschaftliches Engagement unterstützt. Mit der Förderung aus öffentlichen Mitteln sollen nun freie Softwareentwicklerinnen und –entwickler unterstützt werden, die eine große Bedeutung für Software-Innovationen in Deutschland haben.

Zusammen mit der "Open Knowledge Foundation"

So nutzen beispielsweise viele Banken für das Internet-Banking eine Verschlüsselung aus einem Open Source-Projekt. Doch trotz des großen Nutzens findet die Open-Source-Entwicklung häufig gemeinnützig und unbezahlt statt. Das große Potential für unkonventionelle, innovative, für die Allgemeinheit nützliche und nicht-kommerzielle Software-Werkzeuge wird damit nicht annähernd genutzt. Das BMBF will für diese Ideen und ihre Entwickler nun in Zusammenarbeit mit der "Open Knowledge Foundation" neue Möglichkeiten schaffen.