Soziale Vielfalt im Deutschlandstipendium

Bundeskabinett beschließt Bericht über Wirkungen des Stipendiums / Wanka: "Bildungschancen für junge Talente unabhängig von sozialer Herkunft"

Bericht zum Deutschlandstipendium vorgestellt: Bundesministerin Wanka mit Thomas Krüger vom Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn (l.), Anja Durdel von der Projektleitung Begleitforschung / Ramboll Management Consulting und Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Mit dem Deutschlandstipendium werden überdurchschnittlich viele Studentinnen und Studenten mit Migrationshintergrund gefördert. Mehr als jeder vierte Stipendiat (28 Prozent) hat eine Einwanderungsgeschichte in seiner Familie, im Schnitt aller Studierenden sind es 23 Prozent. Das geht aus einem Bericht zum Deutschlandstipendium hervor, den das Bundeskabinett heute beschlossen hat.

Die Studierenden, die mit dem erst fünf Jahre bestehenden Stipendium unterstützt werden, weisen demnach eine soziale Ausgewogenheit auf, die ganz überwiegend den sozialen Merkmalen der Studierendenschaft allgemein entspricht  (siehe Grafik). So beträgt der Anteil der Nicht-Akademikerkinder unter den Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten genau wie bei allen Studierenden 50 Prozent. Auch in Bezug auf Geschlecht, Alter und Familienstand der Stipendiaten gibt es Ausgewogenheit. Mehr als 22.500 Studierende (2014) werden mit einem Deutschlandstipendium gefördert.

"Das Deutschlandstipendium ermöglicht Bildungschancen für junge Talente unabhängig von der sozialen Herkunft", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. "Bei der Vergabe der Stipendien berücksichtigen die Hochschulen nicht nur Noten im Studium, sondern auch soziales Engagement und die Überwindung von biografischen Hürden im Lebenslauf. Dreiviertel der Stipendiatinnen und Stipendiaten engagieren sich neben ihrem Studium ehrenamtlich. Das Deutschlandstipendium ist nicht nur Förderung, sondern auch Anerkennung für diesen individuellen Einsatz."

Die Daten stammen aus einer vom BMBF beauftragten repräsentativen Befragung von rund 2.300 Stipendiatinnen und Stipendiaten und 50 Hochschulen. Aufgabe der Begleitforschung war es, Informationen über die Sozialstruktur der Stipendiatinnen und Stipendiaten zu ermitteln. Diese Daten wurden der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2012 und den Zahlen des Statistischen Bundesamts zu den Studierenden des Wintersemesters 2014/2015 gegenübergestellt.

Seit 2011 unterstützt das Deutschlandstipendium Studierende, die begabt und leistungsstark sind und gesellschaftliches Engagement zeigen, einkommensunabhängig mit 300 Euro im Monat. Dafür tragen private Förderer 150 Euro pro Stipendium im Monat bei, der Bund finanziert die andere Hälfte. Die privaten Mittel werden von den Hochschulen eingeworben.  Der vom Bundeskabinett verabschiedete Bericht enthält auch die Ergebnisse der gesetzlich vorgesehenen Evaluation des Deutschlandstipendiums. Im Ergebnis zeigt sich, dass an allen Hochschulstandorten die Bedingungen gegeben sind, ausreichend private Mittel akquirieren zu können. Die regionale Lage der Hochschulen hat demnach keinen messbaren Einfluss auf die Förderquote im Deutschlandstipendium.

© BMBF

Weitere Informationen, den vollständigen Bericht der Bundesregierung und die ausführlichen Abschlussberichte der Evaluation und Begleitforschung finden Sie unter: https://www.bmbf.de/de/das-deutschlandstipendium-881.html