Spitzenforscher treffen sich am Bodensee

30 Nobelpreisträger kommen eine Woche lang zur diesjährigen Nobelpreisträgertagung in Lindau, um sich mit exzellentem Forschernachwuchs aus aller Welt auszutauschen.

So eine Chance bietet sich nicht alle Tage: Bei der Nobelpreisträgertagung im bayerischen Lindau können etwa 420 Nachwuchswissenschaftler vom 25. bis zum 30. Juni mit Nobelpreisträgern ihr Wissen austauschen, Ideen diskutieren und Kontakte knüpfen. 30 Spitzenforscher, die für ihre Leistungen mit dem Nobelpreis geehrt wurden, sind bei dem Treffen am Bodensee dabei. In Vorträgen, Diskussionsrunden und sogenannten Master Classes teilen sie ihre Erfahrungen und Expertise mit exzellenten Nachwuchsforscherinnen und -forschern. Bereits am Vorabend des Tagungsauftakts kamen 16 Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik auf Einladung von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zum „Sommerfest der Wissenschaft“ auf Schloss Montfort zusammen.

Bei der diesjährigen Tagung stehen Themen aus der Fachrichtung Chemie im Mittelpunkt: Die Spitzenforscher sprechen über molekulare Maschinen, personalisierte Medizin, Zellentwicklung und vieles mehr. Zudem gibt es einen regen Austausch über weltweite Herausforderungen wie die Bekämpfung des Klimawandels: Mario J. Molina, der im Jahr 1995 für die Erforschung der Zerstörung der Ozonschicht mit dem Nobelpreis für Chemie geehrt wurde, spricht über die Risiken des Klimawandels und die damit verbundenen Herausforderungen für Wissenschaftler – insbesondere in einer postfaktischen Zeit, in der wissenschaftlicher Erkenntnisse immer wieder durch Halbwahrheiten oder gezielte Falschmeldungen in Frage gestellt werden.

„Vor allem die Möglichkeit zu Meinungsaustausch und Diskussion zwischen den Generationen – den Laureaten, den jungen Forschenden und Studierenden aus vielen Ländern der Welt – macht diese Veranstaltung so einzigartig“, sagte Wanka bei der Eröffnung der Tagung. „Wir brauchen exzellente Köpfe, die den Fortschritt weiterbringen. Deshalb setzen wir in Deutschland viel darauf, die Wissenschaft in unserem Land zu stärken“, betonte Wanka.

Das Bundesforschungsministerium hat daher eine ganze Reihe von Programmen auf den Weg gebracht, um exzellenten Nachwuchswissenschaftlern beste Forschungsbedingungen und sichere Karrierewege bieten zu können. Dazu zählen beispielsweise das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und das Tenure-Track-Programm.

Die Lindauer Nobelpreisträgertagung

Seit 1951 treffen sich in Lindau regelmäßig Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen der Chemie, Physik und Medizin oder Physiologie gemeinsam mit exzellentem Forschernachwuchs aus aller Welt zu den "Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau". Diese Tagungen haben den Auftrag, die wissenschaftliche Elite von morgen zu bilden und der interessierten Öffentlichkeit Ergebnisse der Spitzenforschung zu vermitteln.