Spitzenplatz beim Europäischen Forschungsrat

Deutschland erstmals auf Platz eins im europaweiten Exzellenzprogramm / Wanka: "Unsere Wissenschaftler sind hervorragend aufgestellt"

Es ist ein gelungener Auftakt für Deutschlands junge Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im neuen EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation "Horizont 2020": In der grundlagenorientierten Pionierforschung geht 2014 jeder fünfte Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) nach Deutschland. Damit erzielt Deutschland das beste Ergebnis seit der ersten Ausschreibung der Starting Grants vor sieben Jahren. Insgesamt fördert der ERC aus über 3200 eingereichten Anträgen 328 Projekte.

70 der prestigeträchtigen "ERC Grants" gehen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einer deutschen Einrichtung. Damit liegt Deutschland als Standort erstmalig auf Platz eins, mit deutlichem Abstand vor Großbritannien. Nimmt man  die Nationalität der Projektleiterinnen und Projektleiter steht Deutschland ebenfalls auf Platz eins mit 68 Grants.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka gratuliert den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diesem Erfolg: "Der ERC hat einen neuen Wettbewerb für wissenschaftliche Exzellenz in Europa etabliert. Dieses sehr gute Ergebnis für Deutschland zeigt, dass unsere Forscherinnen und Forscher und unsere Einrichtungen für den europäischen Wettbewerb hervorragend aufgestellt sind".   

Die Projekte sind an Universitäten und Forschungseinrichtungen im ganzen Bundesgebiet angesiedelt. Ihre Projektleiterkönnen in den kommenden fünf Jahren mit einer Förderung von bis zu 2 Millionen Euro ein Forschungsteam aufbauen, um bahnbrechende Entdeckungen zu machen. Dabei sind die Themen, an denen sie forschen weit gefächert: von der Erforschung der Schlafkontrollmechanismen über die Forschung zur Sicherheit im Internet der Dinge bis zur Philosophie der Pharmakologie.

Eine 1,5 Millionen Förderung geht beispielsweise an die Biochemikerin Dr. Mihaela Delcea von der Universitätsmedizin Greifswald. Sie erforscht in ihrem Projekt Autoimmunerkrankungen und will erklären, warum sich Abwehrreaktionen des Körpers manchmal gegen ihn selber richten. Ein ganz anderes Forschungsgebiet bearbeitet Verena Lepper an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Ägyptologin nutzt den ERC-Starting Grant dazu, die 4000-jährige Geschichte auf der Nil-Insel Elephantine zu ergründen.

In diesem Jahr haben sich zudem die Erfolgschancen von Wissenschaftlerinnen verbessert. Ihre Förderquote liegt gleichauf mit der ihrer männlichen Kollegen. Insgesamt sind ein Drittel der neu ausgewählten ERC Starting Grantees weiblich.

Mit starker deutscher Unterstützung wurde der ERC im Jahr 2007 unter dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm errichtet und im Nachfolgeprogramm "Horizont 2020" (2014-2020) finanziell noch mal besser ausgestattet. Insgesamt vergibt der ERC Forschungsgelder von etwa 1,7 Milliarden Euro pro Jahr. Die bahnbrechenden Projekte in allen Bereichen der Wissenschaft - von Archäologie und Astrophysik bis Zoologie - werden von hochrangigen internationalen Expertengremien ausgewählt. Alleiniges Evaluierungskriterium ist dabei die wissenschaftliche Exzellenz.

Die ERC "Starting Grants" richten sich an junge Forschende von zwei bis sieben Jahren nach der Promotion und fördert den Aufbau einer unabhängigen Forscherkarriere. Der ERC vergibt außerdem "Consolidator Grants" und "Advanced Grants" für  erfahrenere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Antragstellende in Deutschland unterstützt die Nationale Kontaktstelle ERC des BMBF (www.nks-erc.de). Sie hilft bei der Beantragung und Durchführung von ERC-Projekten. Die nächste Frist für die Einreichung der Starting Grants endet am 3. Februar 2015.

Weitere Informationen  zum ERC, sowie zu  Förderlisten und Statistiken unter www.bmbf.de/de/7554.php und http://www.bmbf.de/de/959.php